Eine Dividendenrendite von mehr als sechs Prozent ist bereits ein gutes Kaufargument für eine Aktie. Wenn dann noch Großinvestoren wie Warren Buffett oder Fonds aus China investiert sind und ein charttechnisches Kaufsignal lockt, wird es richtig spannend.
Zu diesen wenigen Favoriten am deutschen Aktienmarkt zählen die Papiere der Munich Re. Der weltgrößte Rückversicherer präsentierte am Donnerstag wie erwartet wegen der zahlreichen Naturkatastrophen im vergangenen Jahr einen deutlichen Gewinnrückgang für das abgeschlossene Geschäftsjahr. Dividendenfans können aber dennoch aufatmen: Die Ausschüttung bleibt wie bereits für 2010 bei 6,25 Euro je Aktie. Darüber dürften sich auch die Großaktionäre freuen: Warren Buffett ist bereits seit Jahren dabei und stockte im vergangenen Jahr seine Beteiligung auf mehr als zehn Prozent der Stimmrechte aus. Im August 2011 wurde zudem bekannt, dass die Investmenttochter der People's Bank of China (PBOC) mit gut drei Prozent investiert ist.
Abgerundet wird das Bild durch ein frisches Kaufsignal im Chartverlauf. Nachdem die Papiere im Februar 2011 kurzzeitig mehr als 125 Euro kosteten, ging es erst einmal um rund 37 Prozent auf gut 78 Euro in den Keller. Bis in den Oktober hinein setzte eine Erholung ein, die den Wert bis an den wichtigen Widerstandsbereich zwischen 98 bis 101,50 Euro führte. Wie bei vielen anderen Werten auch scheiterte ein Ausbruch auf der Oberseite. Der Pullback führte die Aktie bis auf 83 Euro. Zum Jahreswechsel und bis Mitte Januar kämpfte sich die Munich Re-Aktie wieder bis an das Widerstandsband heran. Im Zuge des positiven Gesamtmarktumfeldes wurde der Bereich bis an die Oberkante der Range getestet. Den nötigen Kaufimpuls für einen Ausbruch lieferte schließlich die Bilanz und Dividendenbestätigung am Donnerstag. Damit notiert der Wert nun auf dem höchsten Stand seit Ende Juli.
Im Gegensatz zum DAX, der mit Kursgewinnen von rund zwölf Prozent seit Jahresbeginn bereits einen überhitzten Zustand vermittelt, fällt das Kursplus bei der Munich Re mit zehn Prozent geringer aus. Entsprechend gedämpfter sollte auch die Rückschlagsgefahr bei einer Konsolidierung des Gesamtmarktes ausfallen.
Noch nicht investierten Anlegern bietet die Aktie kurzfristig Luft bis an die 2011er-Sommer-Hochs bei 107,80 Euro – ausgehend vom aktuellen Kurs wären dies rund 3,4 Prozent. Wird die Marke genommen, dürfte aber spätestens bei 110 Euro eine Konsolidierung einsetzen. In der Vergangenheit kam es an der runden Schwelle bereits mehrmals zu einen Richtungsumkehr.
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