Die Geschäftsentwicklung von Deutschlands größtem Biotechkonzern
Qiagen hat zum Jahresende hin Fahrt aufgenommen. Vor allem in der molekularen Diagnostik lief es für
Qiagen im vierten Quartal rund, wie das auf Tests zum Nachweis von Krankheiten und Laborgeräte spezialisierte Unternehmen am Dienstagabend mitteilte. "Auf Basis dieser positiven Dynamik erwarten wir, 2012 das Wachstumstempo im Vergleich zu 2011 beschleunigen zu können" erklärte Konzernchef Peer Schatz. Dabei baut
Qiagen auch auf ein im November angekündigtes massives Restrukturierungsprogramm, das den Abbau von bis zu zehn Prozent der Arbeitsplätze im Konzern vorsieht.
Qiagen will dadurch in diesem Jahr 50 Mio. Dollar vor Steuern einsparen, die der Konzern überwiegend wieder investieren will.
Für das Gesamtjahr 2012 stellte der Qiagen-Chef nun einen Zuwachs des bereinigten Gewinns je Aktie auf 1,03 bis 1,05 Dollar nach 0,98 Dollar 2011 in Aussicht. Dazu soll auch das konzernweite Sparprogramm beitragen. Eventuelle Zukäufe sind hierbei nicht eingerechnet. Seinen Umsatz will das 1984 in Düsseldorf gegründete Unternehmen in diesem Jahr zu konstanten Wechselkursen um sechs bis acht Prozent erhöhen. 2011 nahmen die Erlöse wechselkursbereinigt um vier Prozent zu.
"Alle Fragezeichen, die man vor dem vierten Quartal noch gehabt hat, haben sich zum großen Teil gelöst", sagte Schatz. Das Unternehmen profitierte unter anderem von kräftigen Umsätzen mit Gentests für die Krebsdiagnose sowie von Zahlungen der Pharmakonzerne im Zusammenhang mit gemeinsamen Forschungsprojekten. Zudem erhielt das Geschäft mit dem Vorsorgetest zum Nachweis von Gebärmutterhalskrebs einen Schub in der Region Amerika durch eine nationale Ausschreibung.
Qiagen hatte in dem Geschäft zuletzt die angespannte Wirtschaftslage in den USA zu spüren bekommen, wo viele Frauen ihren Job verloren und damit oft auch ihren Versicherungsschutz. Qiagen-Chef Schatz zufolge wurde außerdem ein neues Gerätesystem für Labore stark nachgefragt, mit dem die Automatisierung von Tests vorangetrieben werden kann. Das System soll für
Qiagen in den nächsten zehn Jahren einer der wichtigsten Wachstumstreiber werden.
Qiagen setzte im Schlussquartal des vergangenen Jahres 334,4 Mio. Dollar um - ein Plus von 17 Prozent binnen Jahresfrist. Der um Einmalposten bereinigte operative Gewinn nahm um 16 Prozent auf 95,6 Mio. Dollar zu. Analysten hatten im Schnitt 93,2 Mio. Dollar erwartet.
Qiagen brachte allerdings auch 75 Mio. Dollar an Kosten für den Konzernumbau in der Bilanz unter. Diese mit eingerechnet schrieb das Unternehmen im Quartal operativ Verluste von 19,6 Mio. Dollar. Der bereinigte Gewinn je Aktie stieg dagegen im Zeitraum Oktober bis Dezember auf 0,31 Dollar von 0,26 Dollar vor Jahresfrist.
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