Frühere Vorstände des Baukonzerns erheben nach der Übernahme durch ACS Ansprüche auf 35 Mio. Euro.
Hochtief schreibt 2011 hohe Verluste.
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Hochtief muss wesentlich höhere Abfindungen an frühere Vorstandsmitglieder zahlen als bisher bekannt. Der Baukonzern bucht in seinen Jahresabschluss für 2011 rund 35 Mio. Euro für ehemalige Topmanager ein, die im Zuge der Kontrollübernahme durch den spanischen ACS-Konzern ihr Sonderkündigungsrecht nutzten, teilte
Hochtief am Montag mit. Nach FTD-Informationen wollen Ex-Konzernchef Herbert Lütkestratkötter und die drei früheren Vorstände Peter Noé, Burkhard Lohr und Martin Rohr sich den Betrag teilen. Allerdings gibt es darüber noch Streit mit dem früheren Arbeitgeber.
Aus der Sicht von ACS wirkt das Ergebnis wohl wie eine späte Rache von Lütkestratkötter, der die Übernahme als Vorstandschef massiv bekämpft hatte.
Hochtief musste am Montag die Ergebnisprognose zum zweiten Mal binnen wenigen Wochen zurückschrauben und rechnet nun mit einem Verlust von 160 Mio. Euro. "An die Zahlung einer Dividende ist unter diesen Umständen nicht zu denken", sagte ein Branchenkenner. Zudem muss ACS-Chef Florentino Pérez womöglich den Buchwert seines 51-Prozent-Anteils an
Hochtief abwerten. Allein am Montag sank der Kurs der Hochtief-Aktie um 5,8 Prozent.
Bisher war lediglich eine Abfindung von 4,08 Mio. Euro an Lütkestratkötter bekannt. Nach einer Faustregel stünde den übrigen drei Vorstandsmitgliedern zudem jeweils etwa die Hälfte zu. Die Erhöhung auf 35 Mio. Euro ergebe sich im Wesentlichen aus Aktienoptionen, auf die frühere Vorstände nach Angaben aus dem Konzernumfeld Anspruch erheben. Zwar verweigere der Aufsichtsrat Teile der Auszahlung, doch habe der Baukonzern dafür Rückstellungen bilden müssen. Unumstritten ist offenbar die Auszahlung von 19 Mio. Euro, die sich aus komplexen Vertragskonstruktionen ergebe, hieß es.
Die größte deutsche Baufirma musste am Montag zudem weitere Belastungen der australischen Tochter Leighton eingestehen. Der frühere Ertragsbringer hatte vergangene Woche überraschend Abschreibungen auf eine Beteiligung in Dubai und die Betreibergesellschaft Brisconnections gemeldet, die den Gewinn mit insgesamt 89 Mio. Euro belasten. "
Hochtief erwartet nun für das Jahr 2011 einen Verlust vor Steuern von etwa 130 Mio. Euro sowie einen Konzernverlust von circa 160 Mio. Euro", musste der neue Vorstandschef Frank Stieler den Anlegern beichten.
Es ist eine steile Talfahrt. Noch im November war der Vorstand von einem Vorsteuerverlust "im niedrigen zweistelligen Millionenbereich" und einem um 60 Mio. Euro geringeren Konzernverlust ausgegangen. Bei der jüngsten Bilanzpräsentation vor neun Monaten hatte Lütkestratkötter noch ein Vorsteuerergebnis von 1,0 Mrd. Euro in Aussicht gestellt.
Damals waren die Probleme bei Leighton noch nicht voll aufgetaucht, und der Verkauf der acht Flughafenbeteiligungen - Voraussetzung für die optimistische Prognose - schien glattzugehen. Tatsächlich fand sich kein Käufer, der den verlangten Preis zahlen wollte.
Stieler gab sich am Montag ungebrochen optimistisch. "Wir schließen ein Jahr ab, in dem wir viele Veränderungen und Altlasten verarbeitet haben", sagte er. 2012 werde es einen Gewinn "leicht unterhalb des Rekordjahrs 2010" geben. Damals machte man vor Steuern 757 Mio. Euro - Plus.
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