Der weltgrößte Rückversicherer geht für seine Investoren ans Eingemachte: Die Anteilseigner sollen trotz eines heftigen Gewinneinbruchs 2011 die gleiche Dividende wie im Vorjahr bekommen.
Muench Rueckvers N
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Börsenwert
18.275,44 Mio €
Kurs Erscheinungstag
102,50 €
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Der weltgrößte Rückversicherer
Münchener Rück geht für seine Aktionäre ans Eingemachte. Obwohl der Gewinn des Konzers nach vorläufigen Zahlen 2011 binnen Jahresfrist um fast drei Viertel auf 710 Mio. Euro eingebrochen ist, sollen die Anteilseigner wie für das Vorjahr eine Dividende von 6,25 Euro je Aktie erhalten. Die Gesamtausschüttungssumme von 1,1 Mrd. Euro übersteigt damit den Konzerngewinn. Dass die
Münchener Rück überhaupt noch etwas verteilen hat, ist zu einem guten Teil dem Finanzamt zu verdanken: Gut eine halbe Mrd. Euro an Steuerertrag verbuchte der Versicherungsgigant, da er Verluste durch Erdbeben, Wirbelstürme und Überflutungen von der Steuer absetzen konnte.
Die teuren Naturkatastrophen rund um den Globus und die Staatschuldenkrise machten 2011 für die
Münchener Rück dennoch zu einem rabenschwarzen Jahr. "Ein Jahr wie 2011 haben wir noch nicht erlebt - extreme Belastungen durch Naturkatastrophen und dazu die Finanzkrise, die nach einer leichten Erholung in 2009 und 2010 nun wieder verstärkt aufgeflammt ist", erklärte Finanzchef Jörg Schneider. Allein die Erdbebenschäden in Japan und Neuseeland kosteten den Münchnern 1,5 Mrd. Euro. Dennoch rentierte sich das Geschäft mit der Rückversicherung: Das Segment warf immer noch 770 Mio. Euro Gewinn ab.
Der Überschuss, den das Traditionsunternehmen aus Kapitalanlagen erwirtschaftete, sackte binnen Jahresfrist um gut ein Fünftel auf 6,8 Mrd. Euro ab. Vor allem Abschreibungen verhagelten dem Konzern die Bilanz. Allein auf griechische Staatsanleihen musste die
Münchener Rück 1,2 Mrd. Euro in den Wind schreiben.
Wettbewerb bleibt intensiv
Die Prämien, die der Finanzriese seinen Kunden für das neue Jahr abzuknöpfen vermochte, bezeichnete Risikovorstand Torsten Jeworrek als zufriedenstellend. Vor allem für finanzielle Absicherungen gegen Naturkatastrophen in Südostasien, den USA und Australien seien höhere Preise aufgerufen worden. In anderen Regionen hätten sich Beitragserhöhungen nicht durchsetzen lassen. "Die Rückversicherungsmärkte bleiben weiterhin sehr wettbewerbsintensiv. In dieser Situation kommt es auf aktives Zyklus- und Portfoliomanagement an. Das wirtschaftliche Umfeld verbietet es, Rückversicherungsschutz zu Preisen zur Verfügung zu stellen, die nicht auskömmlich sind", erklärte der zuständige Vorstand Torsten Jeworrek. Durch eine gezielte Auswahl von Märkten steige die Profitablität seines Hauses jedoch.
Der Ertrag der Erstversicherungstochter Ergo, die von einem Sexskandal erschüttert worden war, stagnierte in etwa bei 350 Mio. Euro. "Angesichts der dramatischen Verwerfungen an den Kapitalmärkten können wir mit dem stabilen Ergebnis durchaus zufrieden sein", sagte Ergo-Chef Torsten Oletzky.
Das Prämienvolumen des Gesamtkonzerns sei um neun Prozent auf 29,6 Mrd. Euro geklettert. Für das laufende Jahr zeigte sich das Unternehmen optimistisch. "Vorbehaltlich des tatsächlichen Großschadenverlaufs und der Ergebniseffekte möglicher gravierender Währungskurs- oder Kapitalmarktbewegungen wird für das Jahr 2012 erwartet, wieder an das vor 2011 erreichte Gewinnniveau anknüpfen zu können", hieß es.
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