Der weltweit drittgrößte Rückversicherer sieht sich gut gerüstet für 2012 - und erwartet steigende Prämien und Erträge.
Hannover Rueckv. N
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Börsenwert
4.026,74 Mio €
Kurs Erscheinungstag
40,85 €
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Mehr Vertragsabschlüsse und höhere Preise in der Rückversicherung geben der
Hannover Rück Zuversicht für das laufende Jahr. "Wir sind gut gerüstet, so dass wir insgesamt für 2012 von steigenden Prämien und steigenden Erträgen ausgehen", sagte der Vorstandschef des weltweit drittgrößten Rückversicherers, Ulrich Wallin, in Hannover. Bei der im Januar anstehenden Erneuerung von rund zwei Drittel der Schaden-Rückversicherungsverträge habe
Hannover Rück sechs Prozent mehr Geschäft gezeichnet als ein Jahr zuvor und drei bis sechs Prozent höhere Preise durchgesetzt.
Vor allem die Häufung der Naturkatastrophen im vergangenen Jahr - dem zweitteuersten Jahr für die Branche überhaupt - habe sich auf die Verhandlungen ausgewirkt. In den davon betroffenen Sparten seien die Preiserhöhungen besonders stark gewesen. Die Rückversicherer wie
Münchener Rück,
Swiss Re und
Hannover Rück mussten Milliarden für Großschäden aufwenden. Dabei sei
Hannover Rück mit 13 Prozent der eingenommenen Prämien aber noch glimpflicher davongekommen als die beiden größeren Rivalen, die 31 und 33 Prozent aufwenden mussten.
Hannover Rück erhöhte sein Budget für Großschäden für das laufende Jahr leicht auf 560 Mio. von 530 Mio. Euro 2011 - entsprechend dem gestiegenen Versicherungsvolumen.
Die steigende Durchsetzungskraft in den Verhandlungen macht Wallin auch für den Rest des Jahres Mut, auch wenn er noch nicht von einem "harten Markt" sprechen wollte. "Wir erwarten auch für die unterjährigen Vertragserneuerungen, in denen gut ein Drittel unseres Schaden-Rückversicherungsgeschäfts erneuert wird, weitere Ratensteigerungen", sagte der Vorstandschef. Insgesamt sollten wir weiter profitabel wachsen.
Naturkatastrophen haben Billigkonkurrenz geschwächt
Die Erstversicherer haben im vergangenen Jahr einen größeren Teil der Schäden auf die Rückversicherer abgewälzt. Die verheerenden Beben in Japan und Neuseeland sowie Wirbelstürme in den USA hinterließen Spuren im Eigenkapital vieler Billig-Konkurrenten der
Hannover Rück, denen nun die Feuerkraft fehlte, neues Geschäft zu zeichnen. Zudem sind die Rückversicherer stärker auf die Erträge aus dem eigentlichen Versicherungsgeschäft angewiesen, weil ihre Kapitalanlagen angesichts niedriger Zinsen weniger abwerfen. Das hält viele von Preiskämpfen ab.
Wallin berichtete,
Hannover Rück habe zu Jahresbeginn Verträge mit einem Prämienvolumen von insgesamt 3,69 Mrd. Euro gezeichnet, sechs Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Davon entfielen 3,13 Mrd. auf die Verlängerung von bestehenden Verträgen. Positiv bewertete der Hannover-Rück-Chef vor allem, dass der Abwärtstrend der Preise im 20 Milliarden Euro schweren Geschäft mit Kfz-Versicherungen in Deutschland nach Jahren beendet worden sei. Auch hier habe
Hannover Rück Preiserhöhungen durchgesetzt.
Keine konkrete Äußerung zum Gewinn
Zum Gewinn der
Hannover Rück im vergangenen Jahr wollte sich Wallin nicht konkret äußern. "Aber wir haben keinerlei Anlass, eine Gewinnwarnung abzugeben", sagte er.
Hannover Rück hat einen Nettogewinn von mindestens 500 Mio. Euro für das Jahr 2011 in Aussicht gestellt, mehr als 40 Prozent davon könnten als Dividende ausgeschüttet werden. Der Rückversicherer gehört mit 50,2 Prozent zum Versicherungskonzern Talanx, der selbst Börsenpläne verfolgt.
Auch die Insolvenz der Drogeriemarktkette Schlecker werde
Hannover Rück Geld kosten, sagte Wallin. Die Summe lasse sich aber noch nicht abschätzen. Die Lieferungen an Schlecker waren mit Warenkreditversicherungen vor Ausfällen geschützt.
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