Die Strategie stimmt, die Produktpipeline ist gut gefüllt, und die Branche brummt: Die Schweizer Beteiligungsfirma dürfte auch 2012 vom lukrativen Geschäft mit Medikamenten profitieren.
Biotechnologie boomt. Das zeigt vor allem die Performance des Nasdaq Biotech. Der US-Branchenindex legte dank zahlreicher Zulassungen neuer Produkte im vergangenen Jahr um 11,8 Prozent zu. Im Vergleich dazu konnte die Aktie von
BB Biotech zwar nicht mithalten - das Wertpapier des Schweizer Beteiligungsunternehmens legte lediglich um drei Prozent zu. Angesichts der Unruhen an den Finanzmärkten durch die Staatsschuldenkrise in Europa kann man aber von einer ordentlichen Leistung sprechen. Laut
BB Biotech war der Hauptgrund für die Differenz zum Nasdaq Biotech die Übergewichtung in das Unternehmen Actelion, das 2011 enttäuschte.
Die schlechte Entwicklung des Aktienkurses im Vergleich zum Branchenindex wird allerdings zu Nebensache, wenn man einen Blick auf den Verlauf in der zweiten Jahreshälfte wirft. Denn der TecDax-Titel hat seit Anfang September einen gewaltigen Kurssprung von 49 Prozent hingelegt. Aktuell kostet ein Anteil 58,58 Euro, und aus Sicht von BÖRSE ONLINE besteht noch Potenzial nach oben. Als Stütze dürfte sich auch das laufende Aktienrückkaufprogramm erweisen. Der Innere Wert (NAV) habe im vierten Quartal 2011 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum mit einem Plus von 12.9 Prozent in Schweizer Franken beziehungsweise 13 Prozent in Euro geschlossen, ließ
BB Biotech wissen. Durch ein Aktienrückkaufprogramm hätten die Schaffhausener den Abschlag von 23,8 Prozent per Jahresbeginn beziehungsweise 20 Prozent per Ende des dritten Quartals auf 18,5 Prozent verkleinert. 2012 will die Firma den Discount „ins Zielband von zehn bis 15 Prozent“ bringen und stabilisieren.
BB Biotech hält Beteiligung an Unternehmen, die Wirkstoffe für Medikamente entwickeln. Zum Portfolio gehören unter anderem die Firmen Actelion, Gilead, Celgene und Vertex. Letztere brachte 2011 erfolgreich das Hepatitis-C-Medikament Incivek auf den Markt. Neue Produkte der Gesellschaften befinden sich bereits in der Pipeline. So steht laut
BB Biotech das Medikament Revlimid zur Erstbehandlung von Patienten mit Knochenmarkkrebs „kurz vor der europäischen Zulassung“. Darüber hinaus würden unter anderem die Mittel Apremilast (Schuppenflechten), Macitentan (Lungenbluthochdruck) und Kalydeco (zystische Fibrose) in entscheidende Testphasen eintreten.
Neben der Produktpalette wird sich 2012 auch die neue Strategie von
BB Biotech weiter auszahlen. Das Unternehmen reduzierte Anfang des vergangenen Jahres die großen Beteiligungen „zu Gunsten kleinerer Engagements in wachstumsstarke Gesellschaften“. Die stärkere Gewichtung von Small- und Mid-Caps soll das Portfolio breiter diversifizieren und das Wachstum dynamischer machen.
Insgesamt sieht sich
BB Biotech gut gerüstet für 2012. Die Staatsschuldenkrise werde zwar zu Sparplänen im Gesundheitswesen führen, der „solide Geschäftsgang“ werde dieses Manko jedoch kompensieren können. Zudem will sich das Unternehmen wegen des anhaltenden Preisdrucks auf „innovative Medikamente mit einem positiven Preis-Leistungs-Verhältnis“ fokussieren.
Der 2011 eingeleitete Strategiewechsel, die gut gefüllte Produktpipeline und der allgemein positive Trend in der Branche sprechen aus der Sicht von BÖRSE ONLINE für eine Investition in die BB Biotech-Aktie. Da der Erfolg des Unternehmens stark von den Zulassungen der Medikamente abhängt, die von den im Portfolio enthaltenen Firmen entwickelt werden, sollten Anleger ein hohes Risiko einkalkulieren.
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