Der Hersteller von Elektroautos gilt als das "Apple der Autobauer". Ob das auch für die Aktie gilt, entscheidet sich in diesem Jahr an einem Großprojekt - viele Investoren haben sich ihre Meinung bereits gemacht.
Werden im Silicon Valley, der Hightech-Hochburg der USA, Produkte erzeugt, die gewöhnlich in der Autostadt Detroit vom Band laufen, ist für Aufmerksamkeit gesorgt.
Tesla Motors wies der zuweilen etwas trägen Automobilwirtschaft mit dem ersten Elektroauto in Serie den Weg in eine emissionsfreie Zukunft. Der Tesla Roadster sorgte 2008 weltweit für Schlagzeilen. Mithilfe der hippen Kundschaft aus der Filmbranche bauten die Kalifornier Tesla zu einer der "coolsten" Automarken der Welt auf - zu einer Art Apple der Autobauer. Jetzt hat Tesla 2250 Roadster in 31 Länder verkauft und stellt die Produktion des Modells ein. Aber für das junge Unternehmen und die Aktionäre wird es jetzt erst spannend.
Ist Tesla mit dem 110.000 Dollar teuren Roadster noch ein Nischenanbieter, muss das Unternehmen im Sommer dieses Jahres zeigen, ob ein Premiumhersteller von Weltklasse in ihm steckt. Beweisen muss sich Tesla am Model S. Das neue, auch optisch attraktive Elektrogefährt ist eine sportliche Familienkutsche mit bis zu sieben Sitzplätzen.
Mit einem Startpreis von 57.000 Dollar kann das Model S auch preislich mit Karossen aus dem Hause
Daimler oder
BMW mithalten. Zudem lassen sich laut Konzernangaben in sieben Jahren Spritkosten von 15.000 Dollar einsparen.
Das Model S, ausgestattet mit Touchscreens und immer online, ist das erste vollständig von Grund auf als Elektroauto entwickelte Kraftfahrzeug in Großserie. "Das Model S sieht wie ein Luxuswagen aus, nur mit mehr intelligenten Features", schreibt ein Analyst des US-Investmenthauses Jeffries. War die Reichweite des Roadsters mit 245 Meilen hoch, so legt das Model S mit bis zu 300 Meilen noch einiges drauf. Die Beschleunigungswerte sind mit einem
Porsche 911 vergleichbar.
Die für den Erfolg eines Investments in Tesla entscheidende Frage ist, ob es der Konzern schaffen wird, das Model S wie geplant im Juli dieses Jahres auszuliefern. Die enormen Finanzierungen, die das Unternehmen zu tragen hat, hängen an dem Termin. Da Tesla zwar Fabriken, aber bisher keine Erfahrung in der Großproduktion hat, glauben viele Investoren an einen Misserfolg.
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