Pfizer schraubte am Dienstag nach einem Gewinneinbruch im vierten Quartal seine Ziele für das laufende Jahr herunter. Das weltweit umsatzstärkste Präparat, der Cholesterinsenker Lipitor, steht seit November in den USA im Wettbewerb mit Generika. Beim Hersteller der Potenzpille Viagra hinterließ dies bereits deutliche Bremsspuren in der Quartalsbilanz. Ähnlich erging es Eli Lilly, dessen bisheriges Topmedikament Zyprexa zur Behandlung von Schizophrenie sich seit kurzem ebenso dem Angriff der Generika-Industrie stellen muss.
Trotz der trüben Aussichten konnte sich die Pfizer-Aktie an der Wall Street behaupten. Sie lag zum Handelsstart 0,3 Prozent im Plus, Lilly-Papiere legten sogar 1,2 Prozent zu.
Pfizer-Chef Ian Read äußerte sich zufrieden mit der Geschäftsentwicklung. Finanziell sei die Entwicklung erfreulich gewesen, trotz des "herausfordernden weltweiten Marktumfelds und Patentverlusten von rund fünf Mrd. Dollar". Um sich gegen die Umsatzeinbußen bei Lipitor zu wappnen, hatte das Management ein hartes Sparprogrammm auf den Weg gebracht, das unter anderem den Abbau tausender Stellen in der Forschung vorsieht. Lipitor war jahrelang unangefochten das weltweit umsatzstärkste Medikament. In der Spitze fuhr der New Yorker Konzern mit dem Mittel 13 Mrd. Dollar im Jahr ein.
Im vierten Quartal 2011 brach nun der Konzerngewinn um die Hälfte auf 1,44 Mrd. Dollar ein. Allerdings hatte
Pfizer noch vor einem Jahr von einer satten Steuergutschrift profitiert. Vor Sonderposten verdiente das Unternehmen 50 Cent je Aktie, was drei Cent über den Markterwartungen lag.
Pfizer setzte in den Monaten Oktober bis Dezember 16,75 Mrd. Dollar um - ein Minus von vier Prozent binnen Jahrefrist. Die weltweiten Umsätze mit Lipitor schrumpften um 24 Prozent auf zwei Mrd. Dollar - allein in den USA sackten die Erlöse um 42 Prozent ab. Im laufenden Jahr dürften die Einbrüche noch größer werden, wenn die Zahl der Lipitor-Nachahmer auf den Märkten zunimmt.
Gegenwind bekommt der Arzneimittelhersteller auch von einem stärkeren Dollar. Konzernchef Read senkte deshalb die Geschäftsziele 2012 und erwartet nunmehr einen bereinigten Gewinn je Aktie von 2,20 bis 2,30 Dollar bei einem Umsatz von 60,5 bis 62,5 Mrd. Dollar. Bisher wollte
Pfizer in diesem Jahr bei Erlösen von 62,2 bis 64,7 Mrd. Dollar ein bereinigtes Ergebnis pro Aktie von 2,25 bis 2,35 Dollar einfahren.
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