Denn auf die Frage von BÖRSE
ONLINE,
welche in den kommenden Monaten
die größten Risiken für die Märkte
sein werden, nennen die Befragten Themen,
die allesamt eng mit politischen Entscheidungen
verbunden sind. So antwortet
Stefan Rondorf, Multi-Asset-Stratege bei
Allianz Global Investors: "Dass es zu keiner
Einigung über die Höhe des Schuldenschnitts
in Griechenland sowie das nächste
Hilfspaket für das Land kommt."
Die hohe Staatsverschuldung der
Industrieländer
bleibe ein strukturelles
Problem, fürchtet Rondorf und ergänzt:
"Auch wenn sich das Problembewusstsein
und die Kommunikation vonseiten der
politisch
Verantwortlichen verbessert
haben, bleibt das Risiko von Politikfehlern
erhöht." Manfred Bucher, Aktienstratege
der BayernLB mahnt, dass die anhaltende
Konjunkturschwäche der Euro-Peripherieländer
den Fortgang der Schuldenkrise
ungünstig beeinflussen könnte.
Der erfahrene Börsianer Gottfried Heller
von Fiduka macht eine weitere Gefahr
aus: "Eskaliert der Iran-Konflikt, könnte es
zu einem Ölpreisschock kommen." Da
Rohöl noch immer der mit Abstand wichtigste
Rohstoff für die Weltwirtschaft ist,
würde eine Preisexplosion wohl die ohnehin
labile Weltkonjunktur abwürgen – mit
negativen Folgen für die Aktienkurse.
Anleger sollten aber keineswegs nur die
Risiken im Auge haben, sondern auch die
Chancen beachten. So sieht Rondorf geradezu
einen Wettstreit der wichtigsten Zentralbanken
– insbesondere der US-Notenbank
Fed und der Europäischen Zentralbank
–, durch immer expansivere geldpolitische
Instrumente sowohl die Konjunktur als
auch das Finanzsystem zu stützen. "Das
dürfte sich auf Sicht der nächsten Monate
positiv auf die Aktienmärkte auswirken",
gibt sich der Allianz-Mann optimistisch.
Die attraktivsten Regionen sind für die
Experten Deutschland, das innerhalb der
Euro-Zone hervorragend dasteht, und die
Emerging Markets. Letztere wachsen auch
2012 kräftig. Das dürfte die Nachfrage nach
Rohstoffen weiter treiben, weshalb dieser
Bereich als besonders aussichtsreich eingestuft
wird.
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