Aktienbarometer

Aktienbarometer Wettstreit der Notenbanken

[11:13, 01.02.12]


Es ist vor allem die Politik, die Aktienprofis derzeit Unbehagen bereitet.


"Eskaliert der Iran-Konflikt, könnte es zu einem Ölpreisschock kommen" Gottfried Heller, Fiduka

 "Eskaliert der Iran-Konflikt, könnte es zu einem Ölpreisschock kommen" Gottfried Heller, Fiduka

Denn auf die Frage von BÖRSE ONLINE, welche in den kommenden Monaten die größten Risiken für die Märkte sein werden, nennen die Befragten Themen, die allesamt eng mit politischen Entscheidungen verbunden sind. So antwortet Stefan Rondorf, Multi-Asset-Stratege bei  Allianz Global Investors: "Dass es zu keiner Einigung über die Höhe des Schuldenschnitts in Griechenland sowie das nächste Hilfspaket für das Land kommt."

Die hohe Staatsverschuldung der Industrieländer bleibe ein strukturelles Problem, fürchtet Rondorf und ergänzt: "Auch wenn sich das Problembewusstsein und die Kommunikation vonseiten der politisch Verantwortlichen verbessert haben, bleibt das Risiko von Politikfehlern erhöht." Manfred Bucher, Aktienstratege der BayernLB mahnt, dass die anhaltende Konjunkturschwäche der Euro-Peripherieländer den Fortgang der Schuldenkrise ungünstig beeinflussen könnte.

Der erfahrene Börsianer Gottfried Heller von Fiduka macht eine weitere Gefahr aus: "Eskaliert der Iran-Konflikt, könnte es zu einem Ölpreisschock kommen." Da Rohöl noch immer der mit Abstand wichtigste Rohstoff für die Weltwirtschaft ist, würde eine Preisexplosion wohl die ohnehin labile Weltkonjunktur abwürgen – mit negativen Folgen für die Aktienkurse.

Anleger sollten aber keineswegs nur die Risiken im Auge haben, sondern auch die Chancen beachten. So sieht Rondorf geradezu einen Wettstreit der wichtigsten Zentralbanken – insbesondere der US-Notenbank Fed und der Europäischen Zentralbank –, durch immer expansivere geldpolitische Instrumente sowohl die Konjunktur als auch das Finanzsystem zu stützen. "Das dürfte sich auf Sicht der nächsten Monate positiv auf die Aktienmärkte auswirken", gibt sich der Allianz-Mann optimistisch.

Die attraktivsten Regionen sind für die Experten Deutschland, das innerhalb der Euro-Zone hervorragend dasteht, und die Emerging Markets. Letztere wachsen auch 2012 kräftig. Das dürfte die Nachfrage nach Rohstoffen weiter treiben, weshalb dieser Bereich als besonders aussichtsreich eingestuft wird.



 

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© 2012 boerse-online.de, © Illustration: Getty Images = Getty Images

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