Die Schweizer Wettbewerbskommission (Weko) eröffnet eine Untersuchung gegen die heimischen Großbanken
UBS und
Credit Suisse sowie zehn ausländische Finanzinstitute. Anlass seien Hinweise auf Kartellabsprachen, teilten die Wettbewerbshüter am Freitag mit. Laut einer Selbstanzeige hätten Banken die Referenzzinssätze Libor und Tibor manipuliert. Ähnliche Ermittlungen laufen bereits seit einigen Monaten in der EU, den USA und Japan.
Die Referenzzinssätze bilden ab, zu welchen Konditionen die Banken einander Geld leihen. Das Kürzel Libor steht für London Interbank Offered Rate, bezieht sich also auf den Londoner Interbankenmarkt. Der Tibor ist der Referenzzinssatz für den Interbankenmarkt in Tokio. Da beide von Bankenvereinigungen durch Umfragen bei ihren Mitgliedern ermittelt werden, könnten Absprachen zwischen einzelnen Instituten zu einer Verfälschung der Sätze geführt haben. Daneben sollen sich Derivatehändler der verdächtigen Banken über die Differenz zwischen den Ankaufs- und Verkaufskursen von Derivaten abgesprochen haben.
Von der Untersuchung betroffen sind neben den großen Schweizer Geldhäusern die
Deutsche Bank, die Bank of Tokyo-Mitsubishi UFJ,
Citigroup,
HSBC Holdings,
JP Morgan Chase,
Mizuho Financial Group, Rabobank Groep,
Royal Bank of Scotland Group,
Société Générale, Sumitomo Mitsui Banking Corporation sowie weitere Finanzintermediäre.
Bereits im vergangenen März waren ähnliche Untersuchungen in den USA, Großbritannien und Japan bekanntgeworden. Seit Herbst untersucht zudem die EU-Kommission, ob auch der für den Interbankenmarkt der Euro-Zone relevante Referenzzinssatz Euribor manipuliert wurde. Im Zuge einer Razzia der EU-Wettbewerbshüter im Oktober wurden unter anderem Büros der
Deutschen Bank in London durchsucht.
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