Das Spardiktat in weiten Teilen Europas schlägt auf die Stimmung der Konsumgüterhersteller.
Unilever blickt voller Skepsis auf das Jahr 2012 und stellt sich auf schleppende Geschäfte ein. Auch steigende Rohstoffkosten belasteten weiter, wenn auch weniger als im vergangenen Jahr, sagte der Chef des britisch-niederländischen Konzerns, Paul Polman, am Donnerstag. Auch der deutsche Konkurrent
Henkel rechnet für 2012 mit einem schwierigen Umfeld. Unilever-Aktien gaben mehr als drei Prozent nach.
Vor allem in Westeuropa stünden harte Zeiten bevor, erklärte der Hersteller von Knorr-Suppen und Dove-Körperpflege am Donnerstag. In Nordamerika rechnet der Konzern nur mit einem geringen Plus und die Märkte in Asien und Südamerika wachsen demnach 2012 voraussichtlich nicht mehr so rasant zu wie in der jüngsten Vergangenheit. In Osteuropa und Russland müsse
Unilever eine Schippe drauflegen, um nicht Boden zu verlieren, sagte Finanzvorstand Jean-Marc Huet.
Gute Geschäfte in Schwellenländern sowie Preiserhöhungen im Schlussquartal retteten dem Nestle-Rivalen im vergangenen Geschäftsjahr die Bilanz:
Unilever steigerte den Umatz um 6,5 Prozent und lag damit im Rahmen des Erwarteten. Analysten hatten
Unilever aber ein höheres Plus beim Gewinn je Aktie zugetraut als mit vier Prozent ausgewiesen. Im vierten Quartal übertraf der weltweit drittgrößte Konsumgüterkonzern mit seinem Umsatzwachstum von 6,6 Prozent den Erzrivalen Procter & Gamble<, der nur vier Prozent zulegte. Der deutsche Konkurrent
Beiersdorf war im Schlussquartal in die roten Zahlen gerutscht - dies lag aber an den Kosten für seinen Umbau.
Konsumgüterkonzerne kämpfen seit dem vergangenen Jahr mit steigenden Rohstoffpreisen und versuchen, sie durch Preiserhöhungen an die Kunden weiter zu reichen. Viele Verbraucher etwa in den Euro-Schuldenstaaten schnallen aber angesichts der rigorosen Sparpakete ihrer Regierungen den Gürtel enger - und achten bei Einkäufen stärker auf den Preis als auf die Marke.
Procter & Gamble büßte Umsatz ein, weil Wettbewerber bei Preiserhöhungen nicht nachzogen. Die noch im Februar anstehenden Ergebnisse der Unilever-Rivalen Danone und
Nestle dürften weiteren Aufschluss über die Lage der Branche geben. Der Düsseldorfer Konsumgüterriese
Henkel, der unter anderem Pritt und Persil herstellt, legt seine Ergebnisse am 08. März vor. Henkel-Chef Kasper Rorsted will den Konzern 2012 weiter auf Profitabilität trimmen. Gleichzeitig hatte er aber bereits vor einer starken Abkühlung gewarnt.
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