Der Chef des indischen Konzerns Suzlon rechnet mit einer Marktbereinigung: Vor allem die Zahl der chinesischen Rivalen werde drastisch sinken. Der Umsatz seines Unternehmens soll derweil 2012 um 30 Prozent wachsen.
Suzlon Sp GDR
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Suzlon rechnet mit einer starken Auslese in der Windbranche. Obwohl die Nachfrage nach Windrädern weltweit wachse, erwartet Tulsi Tanti, der Chef des indischen Konzerns, eine Reihe von Insolvenzen unter kleineren Anbietern - vor allem in China. "Es gibt dort 80 Hersteller. Ich denke nicht, dass sie überleben werden. Wahrscheinlich wird es dort bald nicht mehr als fünf Anbieter geben", sagte der Gründer des weltweit fünftgrößten Windradbauers der FTD.
Durch die Pleitewelle und das Marktwachstum werde sich die Branchenkrise bald erledigen, hofft Tanti: "Bis 2014 werden die Überkapazitäten absorbiert." Er plant vorerst keinen größeren Zukauf, noch verdaut Suzlon den Kauf von
Repower. "Übernahmen könnten uns keinen zusätzlichen Nutzen bringen", so Tanti.
Repower-Kunden und -Mitarbeiter warten seit Monaten darauf, Details zur Zusammenlegung der Unternehmen zu erfahren. Doch noch schweigt Tanti: "Wir analysieren gerade noch, wo wir Synergien heben können, und planen, dazu mehr zu veröffentlichen, wenn wir unsere Jahreszahlen veröffentlicht haben." Das Geschäftsjahr läuft bis Ende März. Die Zeit drängt: Tanti verliert Ende 2012 die Rechte an der Marke
Repower an einen Schweizer Energietechnikanbieter. Tanti muss entscheiden, ob
Repower eine eigene Marke behält oder vollständig mit Suzlon verschmilzt.
Repower ist das hochwertigere und teurere Produkt im Technikportfolio von Suzlon - und will sich mit Turbinen für die hohe See hervortun. Im vergangenen Jahr hätte
Repower den Marktanteil in Deutschland "signifikant" gesteigert - allerdings mit Windrädern an Land, sagte Tanti. Im Offshore-Geschäft tut sich
Repower zunehmend schwer,
Siemens dominiert das Geschäft. "Es stimmt schon, für die sehr großen Offshore-Projekte wollen manche Kunden Hersteller mit größeren Bilanzen als die von Suzlon", beschrieb der Suzlon-Chef die Schwierigkeiten. "Aber für Projekte, die unter 1 Mrd. Euro wert sind, ist das noch kein Problem." Die typischen Offshore-Windparks in Deutschland kosten allerdings rund 1,5 Mrd. Euro.
Die größte Nachfrage für den Suzlon-Gesamtkonzern sieht Tanti in den Entwicklungsländern, vor allem in China und Indien. Durch den Preisverfall sei die Windenergie günstig genug für diese Länder geworden. "Wind ist inzwischen in fast allen Ländern der Welt günstiger als Stromerzeugung mit Gas." Weil Suzlon wegen der Werke in China und Indien so günstig produziere, sieht Tanti das Wachstum in preissensibleren Entwicklungsländern für sich als Vorteil. Er erwarte, den Marktanteil von derzeit zehn Prozent um zwei Prozentpunkte steigern zu können.
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