Nach übereinstimmenden Berichten von Nachrichtenagenturen hat der große französische Luftfahrtkonzern Dassault mit seinem Kampfjet Rafale eine Megaausschreibung in Indien gegen den Eurofighter gewonnen. Dassault habe das billigere Angebot vorgelegt. Zudem gab es massive Unterstützung durch Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy für das Rafale-Modell, während sich Bundeskanzlerin Angela Merkel für den Eurofighter eingesetzt hatte.
Die Regierung in Neu Delhi will 126 neue Kampfjets bestellen. Zudem ist eine Option auf 63 weitere Jets geplant. Das Auftragsvolumen wird je nach Einrechung der Option und weiteren Leistungen auf zehn bis 20 Mrd. Dollar taxiert. Das Projekt gilt als größte Kampfflugzeugausschreibung in diesem Jahrzehnt.
Eine Besonderheit ist, dass 50 Prozent des Auftragswertes wiederum in die indische Rüstungsindustrie investiert werden muss. Daher bekommt der französische Dassault-Konzern jetzt maßgeblichen Zugang zu dem wachsenden indischen Rüstungsmarkt - ein Geschäft, das auch
EADS mit seiner Rüstungssparte Cassidian gerne gehabt hätte. Eine Bedingung des Auftrages ist, dass die Endmontage der Kampfjets in Indien erfolgt. Nun entstehen voraussichtlich Tausende neue Arbeitsplätze in Indien.
Um den Indien-Auftrag gab es ursprünglich eine Bewerbung der Hersteller von sechs Kampfflugzeugjets, darunter auch russische und amerikanische Modelle. Es galt als große Überraschung, dass zuletzt nur noch der Eurofighter und das Rafale-Modell in der Schlussrunde kamen. Die Amerikaner hatten auch auf politischem Weg massiv versucht, den Auftrag an Land zu ziehen.
Formal muss Dassault jetzt noch das Angebot in einen Vertrag endgültig aushandeln und unterschreiben. Indien ist dafür bekannt, dass es dabei immer wieder Verzögerungen gibt. So sollte der jetzt erteilte Zuschlag für die Schlussverhandlungen schon Ende 2011 vorliegen.
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