Der britische Pharmakonzern
AstraZeneca streicht erneut weltweit Tausende Arbeitsplätze. Mit dem harten Sparkurs stemmt sich Großbritanniens zweitgrößter Arzneimittelhersteller gegen den zunehmenden Preisdruck für Medikamente in den USA und Europa. Zudem verlieren in den nächsten fünf Jahren wichtige Kassenschlager ihren Patentschutz und der Nachschub an Neuentwicklungen aus den eigenen Laboren fällt eher dünn aus. Konzernchef David Brennan kündigte am Donnerstag den Abbau von 7300 oder zwölf Prozent der zuletzt rund 61.000 Stellen an. Das Geschäft in Deutschland, wo das Unternehmen aktuell rund 1250 Beschäftigte hat, soll diesmal verschont bleiben, wie eine Sprecherin sagte.
AstraZeneca hat sich in den vergangenen Jahren mehrere Schrumpfkuren verordnet. In zwei früheren Sparprogrammen fielen seit 2007 etwa 21.600 Stellen weg. Damals war auch Deutschland massiv betroffen. Die neue Kürzungsrunde soll
AstraZeneca bis 2014 zusätzliche jährliche Einsparungen von 1,6 Mrd. Dollar bringen. AstraZeneca-Chef Brennan bezifferte die Kosten des neuen Sparpakets auf 2,1 Mrd. Dollar.
Kassenschlager wie das Mittel Nexium gegen Sodbrennen, das Schizophrenie-Medikament Seroquel und auch die Top-Arznei Crestor gegen Blutfett verlieren in den nächsten Jahren den Patentschutz in wichtigen Märkten. Bei Seroquel - immerhin die Astra-Arznei mit dem zweithöchsten Umsatz - enden die Patente im März auf dem weltgrößten Pharmamarkt USA. Auch in europäischen Ländern läuft die Exklusivität dieses Jahr aus. Konzernchef Brennan kündigte daher schwere Zeiten an. "Die zu erwartenden Patentabläufe machen die Prognose für 2012 zu einer Herausforderung", erklärte der Manager. Für das Gesamtjahr stellte er einen Rückgang des Kerngewinns je Aktie auf 6,00 bis 6,30 Dollar je Aktie in Aussicht. 2011 war der Gewinn je Aktie noch bei einem Umsatz von 33,6 Mrd. Dollar um neun Prozent auf 7,28 Dollar gestiegen.
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