Neuemissionen

IPO in New York Groupon will alles aus Börsengang herausquetschen

[14:25, 31.10.11]

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„Dieses IPO sollte man vermeiden“, lautet ein vernichtendes Urteil aus den USA zum Börsengang des Rabattportals Groupon. Dessen Management will die Aktien so teuer wie möglich losschlagen – Investoren sollten nicht unbedingt mit Kurssteigerungen rechnen.


Am anstehenden Börsengang des Rabattgutscheinanbieter Groupon scheiden sich die Geister. Auf der einen Seite sehen sich Anleger nach einem großen IPO. Das hat etwa dazu geführt, dass das Internet-Rabattportal einen geänderten Emissionsprospekt einreichen könnte. Das berichtete die Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf eine mit dem Vorgang vertraute Person.

Wegen ermutigender Signale von Anlegern erwäge Groupon eine Anhebung der Spanne, in der die Anteilsscheine zur Zeichnung angeboten werden. Bislang beträgt diese 16 bis 18 Dollar. 30 Millionen von insgesamt 630,4 Millionen Aktien sollen an Interessenten verkauft werden. Die Firma lehnte eine Stellungnahme ab. Groupon soll am Donnerstag an die Börse in New York gehen

Auf der anderen Seite werden aber die Stimmen immer lauter, dass der Börsengang kein gutes Geschäft für die Anleger ist. Das angesehene Finanzmagazin "Barron's" rät davon ab, sich an dem Börsengang zu beteiligen. Die Informationen über Groupons Einnahmen seien dürftig, auch weise das Unternehmen nur ein langsames Wachstum auf.

Bei "Barron's" heißt es: "Eine Preissteigerung beim Börsengang hätte weniger mit der Geschäftsstrategie des Unternehmens zu tun, als vielmehr mit der Strategie von Groupon, möglichst viel Geld aus dem IPO herauszuholen." Weiter schreibt das Magazin: "Eine Marktwert von 10 Mrd. Dollar ist sehr viel für ein Unternehmen, dass keinen Gewinn macht und ein nicht erprobtes Geschäftsmodell hat. Dieses IPO sollte man vermeiden."

Groupon verfügte Ende September über Kapital in Höhe von 243,9 Mio. Dollar und Schulden bei Händlern in Höhe von 465,6 Mio. Dollar. "Sie könnten ein Cashflow-Problem haben und brauchen deshalb das Geld. Irgendwann werden sie ihr Geschäftsmodell ändern müssen", sagt Ed Ketz von der Pennsylvania State University der Nachrichtenagentur Bloomberg.

Noch weiter geht Sam Hamadeh vom Finanzdaten-Dienstleister Privco. Er sagte Bloomberg, dass das Unternehmen die 1,11 Mrd. Dollar, die es von Venture-Capital-Investoren eingesammelt hat, nicht für Investitionen in Wachstum genutzt hätte. Vielmehr sei das Geld in Aktienanlagen gegangen. Das könnte zu einem Kapitalengpass führen: "Sie können jetzt nicht mehr zurück."

Groupon selbst bestreitet Kapitalbedarf. Das Geld aus dem Börsengang werde für mindestens ein Jahr nicht benötigt, teilte das Unternehmen mit.


 

© 2011 ftd.de

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