Die US-Heuschrecke Carlyle strebt mit aller Kraft an die Börse: Mit einer geplanten Marktkapitalisierung von 13,5 Mrd. Dollar soll Konkurrent Blackstone überflügelt werden. Doch der Börsengang steht unter keinem guten Stern. von Tim Bartz Frankfurt
Carlyle kommt seinem Börsengang immer näher: Am Dienstag veröffentlichte die US-Beteiligungsgesellschaft ihren Aktienverkaufsprospekt, aus dem hervorgeht, dass sie bei Anlegern zunächst 100 Mio. Dollar (71 Mio. Euro) einsammeln will und den Betrag bei entsprechend großer Nachfrage noch erhöhen kann. US-Medien spekulieren über 1 Mrd. Dollar und mehr.
Offen ist freilich, wann Carlyle an die Börse geht. Immerhin aber beweist die Gesellschaft, die rund 153 Mrd. Dollar verwaltet und seit Jahren mit ihrem Börsengang liebäugelt, Nervenstärke, wenn sie in derart fragilen Zeiten den Sprung auf das Parkett wagen will. Hinzu kommt, dass der Börsengang von Beteiligungsgesellschaften keine Erfolgsgeschichte ist: So war die Aktie des Rivalen Blackstone 2007 mit 31 Dollar gestartet, am Dienstag kostete sie 12 Dollar. Ähnlich düster sieht es bei Apollo und Kohlberg Kravis Roberts (KKR) aus.
Gleichwohl orientiert sich Carlyle an Blackstone. Schließlich strebt die 1987 gegründete Private-Equity-Firma, die von
JP Morgan ,
Citigroup und
Credit Suisse beraten wird, eine höhere Marktkapitalisierung an als der Konkurrent, der derzeit 13,5 Mrd. Dollar wert ist. Carlyle wirbt bei Investoren daher mit dem Argument, stabilere Erträge zu erwirtschaften und seine Dividenden besser vorhersagen zu können als andere "Heuschrecken".
In Deutschland ist das Unternehmen bereits präsent: So gehört den Amerikanern Baby-Walz, ein Versandhaus mit angeschlossenem Filialnetz. Hinzu kommen Büroimmobilien etwa in Hamburg und Düsseldorf.
Empfehlen