Unter den Notenbanken der Euro-Zone herrscht Uneinigkeit darüber, wie die Währungshüter mit den griechischen Staatsanleihen in ihren Bilanzen umgehen sollen. Auslöser des Streits ist die steigende Wahrscheinlichkeit, dass es zu einem Zahlungsausfall Griechenlands kommt. Darüber hinaus erwägt die Regierung in Athen, ihre Staatsanleihen nachträglich mit Umschuldungsklauseln zu versehen.
Damit stellt sich die Frage, ob bei einem möglichen erzwungenen Schuldenschnitt auch die Anleihen im Besitz der Europäischen Zentralbank (EZB) und der Euro-Notenbanken betroffen wären. FTD-Informationen zufolge beriet der 23-köpfige EZB-Rat vergangenen Donnerstag über das Thema, ohne jedoch zu einem klaren Ergebnis zu kommen.
Die Auseinandersetzung zeigt, wie sehr die Schieflage Griechenlands und der anderen Euro-Krisenstaaten Portugal, Irland, Italien und Spanien auch Spannungen unter den Euro-Notenbanken provoziert. Dabei geht es zum einen darum, was bei einem Zahlungsausfall mit Staatsanleihen passiert, die das Eurosystem (die EZB und die 17 Notenbanken) im Rahmen des umstrittenen Anleihekaufprogramms erworben hat. Nach am Montag veröffentlichten EZB-Daten sind das derzeit Papiere aus den Krisenstaaten im Wert von 217 Mrd. Euro. Die EZB sagt nicht, welchen Anteil dabei Anleihen aus Griechenland haben. Experten schätzen das Volumen auf 50 Mrd. Euro.
Zum anderen stellt sich die Frage, was mit Griechenland-Papieren passiert, die die Notenbanken darüber hinaus halten. Besonders betroffen sind Euro-Kreisen zufolge unter anderem die griechische Zentralbank und die Notenbank Zyperns. Die Bundesbank hingegen ist wenig betroffen und hat 2011 mit Rückstellungen begonnen.
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