Gut hundert Jahre nach dem Ende der k. u. k Monarchie ist das Schicksal Österreichs noch immer mit Ungarn verknüpft. Mit kaum einem anderen Land ist die Alpenrepublik so eng verwoben wie mit dem Nachbarn. Weil die Magyaren in großen Schwierigkeiten stecken, geht in Österreich die Angst vor dem Krisen-Virus um. Denn wenn Budapest pleite geht, dürfte Wiens Rating-Bestnote "AAA" Geschichte sein.
Gespannt blickten Anleger am Dienstag auf die Auktion österreichischer Staatspapiere. Diese ging für die Alpenländler noch glimpflich aus. Der Staat verkaufte Anleihen im Volumen von 1,2 Mrd. Euro. Für einen vierjährigen Bond musste das Land etwas mehr, für einen zehnjährigen Bond etwas weniger Rendite als bei der vorhergehenden Auktion bieten. Die Rendite einer Anleihe setzt sich aus dem festgesetzten Zins (Kupon) und der Differenz von Kurswert und Nominalwert zusammen.
Analysten sprachen angesichts einer recht hohen Nachfrage von einem guten Ergebnis. Vor der Auktion hatte Bondstrategin Lyn Graham-Taylor von der Rabobank der Nachrichtenagentur Bloomberg gesagt: "Angesichts der politischen Ungewissheit in Bezug auf Ungarn ist das Risiko eines schwachen Ergebnisses nicht unerheblich.“
Ein anderes Unsicherheitszeichen sind die Kreditausfallversicherungen (Credit Default Swaps, CDS) auf Österreich. Diese sind zuletzt deutlich angestiegen, aktuell auf 227 Basispunkte (
BP). Noch vor einem halben Jahr waren es gerade einmal 62 Basispunkte. Damit kostet es 227.000 Euro, um ein Investment von 10 Mio. Euro für ein Jahr gegen einen Ausfall abzusichern. Damit liegen die CDS auf Österreich höher als etwa für Malaysia oder Thailand.
Quelle: db research
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