Die Ratingagentur Moody's prophezeit europäischen Unternehmen weitere Herabstufungen. Für ein Investment in Hochzinsanleihen ist das von Vorteil.
Nach den Herabstufungen mehrerer EU-Länder durch die Ratingagentur Standard & Poor's steht auch die Bonitätseinschätzung von Europas Unternehmen auf wackeligen Füßen. Im laufenden Jahr werden viele Firmen mit ohnehin schon schwacher Bonität noch schlechtere Rating-Noten bekommen, prophezeit die Agentur Moody's. Der Grund: Die Fundamentaldaten der Firmen dürften sich angesichts der Euro-Krise weiter verschlechtern, die derzeit noch gute Liquidität vieler Unternehmen dürfte zurückgehen. "Wir rechnen mit weiteren negativen Ratingaktionen", sagt Moody's-Analystin Tanya Savkin. Bereits im vergangenen Jahr hatte Moody‘s unterm Strich mehr Unternehmen der Region Europa, Naher Osten und Afrika (Emea) herab- als heraufgestuft. Im vierten Quartal 2011 gab es bei Unternehmen aller Bonitätsstufen neunmal so viele Herab- wie Heraufstufungen.
Für Investoren mit Interesse an Hochzinsanleihen ist das durchaus eine gute Nachricht. Weil Banken bei der Kreditvergabe immer restriktiver vorgehen, müssen Unternehmen mit geringer Bonität zunehmend versuchen, am Kapitalmarkt an frisches Geld zu kommen, prognostiziert Moody's. Mehr schlecht benotete Unternehmen mit einem wachsenden Bedarf an Bond- statt Bankfinanzierung - das bedeutet eine höhere Emissionstätigkeit am Markt für Hochzinsanleihen. Neu emittierte High Yields oder Junk-Bonds, wie die Papiere auch genannt werden, dürften wegen dieses Drucks anlegerfreundliche Konditionen aufweisen und konservativ strukturiert sein, schätzt Moody's. "2012 wird ein Käufermarkt", heißt es bei der Ratingagentur.

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