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Griechen-Bonds Hellenisches Roulette

[09:43, 20.01.12]


Kleinanleger setzen auf den Schuldenschnitt der Großen und kaufen Griechenland-Anleihen. Am 20. März wird ein besonders beliebtes Papier fällig.


Europaflagge überm Parthenon

 Europaflagge überm Parthenon

Hopp oder Top. Bis zum Treffen der Finanzminister der Euro-Gruppe am Montag sollen die Details zwischen dem Weltbankenverband und der griechischen Regierung über den freiwilligen Schuldenschnitt geklärt sein. Und damit fällt auch eine Vorentscheidung, ob die Spekulation von etlichen Privatanlegern aufgeht, die in den vergangenen Wochen und Monaten auf griechische Anleihen setzten.

Am 20. März wird eine bei den Kleinspekulanten besonders beliebte Hellenen-Anleihe fällig. Das Papier war am Donnerstag, wie schon seit geraumer Zeit, wieder ganz vorne bei den Umsatzspitzenreitern der Börse Stuttgart zu finden; übertrumpft nur noch von einigen Bundesanleihen. Bei den am häufigsten gehandelten Schuldverschreibungen stand die Griechenland-Anleihe mit Fälligkeit im März gar mit weitem Abstand an erster Stelle, gefolgt von einem griechischen Papier mit kaum längerer Laufzeit bis zum 18. Mai. Die Spannen zwischen den An- und Verkaufskursen waren entsprechend klein. Privatanleger können indes nur mit der erhofften Rückzahlung zum Nennwert rechnen, wenn Banken, Versicherer und Hedge-Fonds auf einen Teil ihrer Ansprüche verzichten, ihre alten Schuldverschreibungen gegen neue Anleihen tauschen und Griechenland damit wenigstens etwas Luft verschaffen.

Nur 35 Cent für den Euro

So viel Luft, dass es zu keiner Pleite kommt – und die Kleinanleger, die sich am Anleihetausch nicht beteiligen müssen, vom Schuldenschnitt unberührt den vollen Nennwert zurückbekommen. Wer um die Mittagszeit die März-Anleihe ins Depot legte, kriegt, wenn denn alles gut geht, für investierte 35 Cent in zwei Monaten 1 Euro zurück. Einen Tag zuvor waren es noch 40 Cent; jedes Signal, jedes Gerücht aus Athen schlägt sich sofort in den Kursen nieder. Für die Mai-Anleihe mussten nur 32 Prozent gezahlt werden; zu diesem Kurs wollten so viele Anleger kaufen, dass das Angebot nicht für alle Aufträge ausreichte.

Auf ein lukratives Geschäft hoffen auch einige Hedge-Fonds, die sich offenbar weigern, beim Schuldenschnitt mitzumachen. Die griechische Regierung hat deshalb diese Woche gedroht, private Gläubiger per Gesetz zum Forderungsverzicht zu zwingen. Dann kämen auch deutsche Kleinspekulanten nicht ungeschoren davon, mit dem schnellen Reibach wäre es nichts. Anleger, die ins hellenische Roulette noch einsteigen wollen, müssen sich sputen: Kommt es bis Montag wirklich zur Einigung, schießen die Kurse nach oben und es heißt im griechischen Kasino: Nichts geht mehr. Zumindest nicht mehr so viel.


 

© 2012 ftd, © Illustration: AP

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