Hopp oder Top. Bis zum Treffen der
Finanzminister der Euro-Gruppe am
Montag sollen die Details zwischen
dem Weltbankenverband und der
griechischen Regierung über den freiwilligen
Schuldenschnitt geklärt sein.
Und damit fällt auch eine Vorentscheidung,
ob die Spekulation von etlichen
Privatanlegern aufgeht, die in
den vergangenen Wochen und Monaten
auf griechische Anleihen setzten.
Am 20. März wird eine bei den
Kleinspekulanten besonders beliebte
Hellenen-Anleihe fällig. Das Papier
war am Donnerstag, wie schon seit
geraumer Zeit, wieder ganz vorne bei
den Umsatzspitzenreitern der Börse
Stuttgart zu finden; übertrumpft nur
noch von einigen Bundesanleihen.
Bei den am häufigsten gehandelten
Schuldverschreibungen stand die
Griechenland-Anleihe mit Fälligkeit
im März gar mit weitem Abstand an
erster Stelle, gefolgt von einem griechischen
Papier mit kaum längerer
Laufzeit bis zum 18. Mai. Die Spannen
zwischen den An- und Verkaufskursen
waren entsprechend klein. Privatanleger
können indes nur mit der erhofften
Rückzahlung zum Nennwert rechnen,
wenn Banken, Versicherer und
Hedge-Fonds auf einen Teil ihrer Ansprüche
verzichten, ihre alten Schuldverschreibungen
gegen neue Anleihen
tauschen und Griechenland damit
wenigstens etwas Luft verschaffen.
So viel Luft, dass es zu keiner Pleite
kommt – und die Kleinanleger, die
sich am Anleihetausch nicht beteiligen
müssen, vom Schuldenschnitt unberührt
den vollen Nennwert zurückbekommen.
Wer um die Mittagszeit
die März-Anleihe ins Depot legte,
kriegt, wenn denn alles gut geht, für
investierte 35 Cent in zwei Monaten
1 Euro zurück. Einen Tag zuvor waren
es noch 40 Cent; jedes Signal, jedes
Gerücht aus Athen schlägt sich sofort
in den Kursen nieder. Für die Mai-Anleihe
mussten nur 32 Prozent gezahlt
werden; zu diesem Kurs wollten so
viele Anleger kaufen, dass das Angebot
nicht für alle Aufträge ausreichte.
Auf ein lukratives Geschäft hoffen
auch einige Hedge-Fonds, die sich offenbar
weigern, beim Schuldenschnitt
mitzumachen. Die griechische Regierung
hat deshalb diese Woche gedroht,
private Gläubiger per Gesetz
zum Forderungsverzicht zu zwingen.
Dann kämen auch deutsche Kleinspekulanten
nicht ungeschoren davon,
mit dem schnellen Reibach wäre es
nichts. Anleger, die ins hellenische
Roulette noch einsteigen wollen,
müssen sich sputen: Kommt es bis
Montag wirklich zur Einigung, schießen
die Kurse nach oben und es heißt
im griechischen Kasino: Nichts geht
mehr. Zumindest nicht mehr so viel.
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