Meldungen

Geschlossene Immobilienfonds Investment ohne Provision

[09:59, 23.06.10]


Als erster großer Anbieter von Beteiligungsmodellen bringt  MPC Capital eine eigene Fondsvariante für Honorarberater auf den Markt. Finanzberater können den geschlossenen Immobilienfonds  MPC Japan ab sofort ohne Provision vermitteln.


"Bei entsprechender Nachfrage können wir vergleichbare Modelle künftig auch für andere Produkte anbieten", sagt MPC-Vorstand Alexander Betz.

Bislang gestatteten nur einige kleine Initiatoren die provisionsfreie Vermittlung durch Honorarberater. Mit dem Hamburger Initiator  MPC öffnet nun einer der größten Spieler auf dem Markt für geschlossene Fonds seine Produkte. "Der Schritt hat sicherlich Signalwirkung und vereinfacht es uns, auch mit anderen Anbietern Nettotarife auszuhandeln", sagt Dieter Rauch, Geschäftsführer des Verbunds Deutscher Honorarberater (VDH).

Honorarberater lassen sich ihre Dienstleistung vom Kunden bezahlen, nicht von der Bank oder der Versicherung. Im Gegenzug verzichten sie auf Provisionen der Anbieter oder leiten diese Zahlungen eins zu eins an ihre Klienten weiter. Für Anleger ist das Modell attraktiv, weil sie davon ausgehen können, dass der Berater seine Produktempfehlungen nicht von der Höhe der Provisionen abhängig macht.

Bei normalen Publikumsfonds läuft die Provisionserstattung problemlos, oft gibt es auch provisionsfreie Tranchen zum sogenannten Nettotarif. Bei geschlossenen Fonds ist der Weg komplizierter. Anleger zahlen in der Regel ein Agio von fünf Prozent. Daneben erhalten Berater eine Innenprovision, die oft nochmals fünf Prozent ausmacht. So fließen von 105 Prozent Einzahlung meist nur 95 Prozent ins Investment.

Beim  MPC Japan zahlen Anleger mit Honorarberatungsvertrag nun von vornherein nur 95 Prozent ihrer Beteiligung ein. "Das ist die sauberste Lösung", sagt Betz. Bislang mussten Anleger 105 Prozent überweisen, und der Honorarberater erstattete ihnen zehn Prozent zurück. Dieser Weg birgt jedoch steuerrechtliche Risiken, erläutert VDH-Chef Rauch: "Wenn die Abwicklung nicht korrekt läuft, kann der Anleger mit dem Finanzamt Probleme bekommen, weil nicht klar ist, wie die zehn Prozent Erstattung steuerlich zu behandeln sind."

Erschwerend kommt hinzu, dass viele Initiatoren den Vertrieben umsatzabhängige Provision zahlen. "Wir müssen mit dem Anbieter aushandeln, dass wir unabhängig vom Volumen die höchste Provision erhalten, die wir dann an unsere Kunden weitergeben", sagt Rauch. "Nur so ist gesichert, dass die Provision in voller Höhe an die Anleger zurückfließt." Entsprechende Vertriebsvereinbarungen hat der VDH inzwischen mit zahlreichen Anbietern geschlossen. Nettotarife sind allerdings noch die Ausnahme. Bislang boten nur kleinere Initiatoren wie Asuco solche Tranchen an.

MPC-Vorstand Betz betont, dass der Nettotarif nur akzeptiert wird, wenn ein Honorarberatervertrag vorliegt: "Wir prüfen jeden Einzelfall." Verhindern möchte er versteckte Rabatte. "Im Internet werden geschlossene Fonds immer wieder mit Rabatt angeboten, wenn Anleger auf Beratung verzichten. Die Beratung ist aber sehr wichtig. Provisionsfrei gibt es MPC-Fonds deshalb nur, wenn sich die Anleger gegen Honorar beraten lassen."


 

© 2010 ftd, © Illustration: MEV Verlag, boerse-online.de

Empfehlen

Facebook Twitter XING

Diesen Artikel bookmarken bei...

BlinkList del.icio.us Folkd Furl Google Linkarena Mister Wong oneview Webnews weblinkr Yahoo MyWeb YiGG


DAX 6.384,26

-16,80 Punkte/-0,26%
Chart
DAX Tops
  Kurse Diff%
36,39 +2,67%
23,26 +1,77%
45,92 +1,59%
103,55 +0,63%
DAX Flops
  Kurse Diff%
15,58 -2,69%
13,27 -2,03%
81,00 -1,73%
51,73 -1,64%
Am 24. Mai findet die HV der Telekom statt. Wie beurteilen Sie die T-Aktie?
 
Ihre Stimmabgabe für das Leserinvestment der Ausgabe 23/2012

Grosse Lesserumfrage Zertifikateemittent 2012
Boerse Online DATA INTERAKTIVE
Finden Sie uns auf Facebook
Mehr Videos »