Die Flut von Pflichtmitteilungen
deutscher Unternehmen wird in den
nächsten Tagen und Wochen noch zunehmen.
Seit Mittwoch gelten für Investoren,
die Geld in börsennotierte
Firmen stecken, strengere Pflichten
zur Offenlegung ihrer Positionen. Damit
soll verhindert werden, dass sich
Käufer im Verborgenen im großen Stil
an Firmen beteiligen – ohne dass andere
Anleger oder der Vorstand selbst
davon etwas mitbekommen. Die
Übernahme von
Continental durch
Schaeffler und der Einstieg von
Porsche
bei
Volkswagen waren so vorbereitet
worden. „Das heimliche Anschleichen
wird damit wirksam verhindert“,
sagt Christoph Seibt, Kapitalmarktrechtler
der Anwaltskanzlei
Freshfields, der den Gesetzentwurf als
Sachverständiger begleitet hat.
„In den nächsten Wochen werden
viele Unternehmen neue Pflichtmeldungen
veröffentlichen müssen“, sagt
ein Banker. Doch die Informationsflut
droht die Marktteilnehmer vor allem
zu verwirren. Einen Vorgeschmack
bekam am Dienstag Autobauer
Daimler.
Einen Tag vor Inkrafttreten der
Vorschrift meldete die Investmentbank
Goldman Sachs, dass sie, nach
den neuen Pflichten, über Kaufoptionen
Zugriff auf mehr als sieben Prozent
an
Daimler hätte. Das wäre ein
Aktienpaket von 3,3 Mrd. Euro, und
Goldman könnte zweitgrößter Daimler-
Aktionär werden. Prompt machten
Spekulationen über ein Interesse chinesischer
Investoren die Runde. Doch
welche Bedeutung die Optionen haben,
die zwischen Februar 2012 und
Januar 2015 fällig werden, bleibt auch
mit dem neuen Gesetz offen.
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