Spekulationen über eine neuerliche Intervention der Schweizer Nationalbank haben den
Franken am Mittwoch auf ein Monatstief gedrückt. Ein Euro kostete zeitweise 1,2444 Franken, so viel wie zuletzt Ende Oktober. Ein leichter Anstieg der Arbeitslosenzahlen bestärkte Marktteilnehmer in der Erwartung, die SNB werde den Franken weiter schwächen, um die Konjunktur zu stützen.
Schon am Dienstagabend hatten erste Gerüchte die Runde gemacht, die SNB könnte ihr Wechselkursziel von mindestens 1,20 Franken pro Euro anheben. Anlass für diese Vermutung war ein Rückgang der Verbraucherpreise. Die SNB warnt seit Monaten vor der Gefahr einer Deflation, weil der Franken in der ersten Jahreshälfte gegenüber dem Euro stark aufwertete. Das gefährdet die Wettbewerbsfähigkeit der Exportunternehmen und auch den Absatz Schweizer Produkte in der Eidgenossenschaft selbst, weil die Verbraucher relativ leicht in benachbarte Länder ausweichen können.
Aus eben diesen Gründen koppelte die SNB den Franken am 6. September an den Euro. Sie werde den Mindestkurs von 1,20 Franken pro Euro "mit aller Konsequenz durchsetzen" und sei bereit, "unbeschränkt Devisen zu kaufen", teilte sie damals mit.
Entgegen den Erwartungen vieler Analysten konnten die Währungshüter diesen Kurs verteidigen - ohne dafür am Markt in großem Maße intervenieren zu müssen. Im Gegenteil: Von Oktober auf November sanken die ausländischen Währungsreserven bei der SNB sogar von 245 auf 229 Mrd. Schweizer Franken. Ihre letzte Intervention erfolgte im September.
Ein "Musterbeispiel" für andere Notenbanken
"Die Ankündigung war so glaubwürdig, dass die Finanzmärkte die Schweizer Notenbank heute überhaupt nicht mehr testen", sagt Ulrich Leuchtmann, Währungsexperte bei der
Commerzbank. "Das ist ein Musterbeispiel an erfolgreicher Notenbankintervention."
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