Viele Solarunternehmen wurden zuletzt nach unten geprügelt. Fondmanager Jon Sigurdson glaubt, dass einige Konzerne zu Unrecht so stark abgestraft wurden. Wo der Fondsmanager jetzt Aufholpotenzial sieht.
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Er ist einer der wenigen Fondsmanager, der kein Blatt vor den Mund nimmt, wenn es um Einzeltitel geht. Das macht Jon Sigurdsen sympathisch und vielleicht ist er deswegen auch ein Stück besser als manch ein Kollege. Sein Fonds DnB NOR ist einer der erfolgreichsten Renewable Energy Aktienfonds im Jahresvergleich mit einer Performance von 12,9 Prozent. Nur wenige erreichten in den vergangenen zwölf Monaten überhaupt eine positive Performance im „Grünen Sektor“.
Das Geheimnis des Erfolges: Sehr schnell reagiert Sigurdsen auf Marktveränderungen: Sein Portfolio unterschied sich noch vor sechs Monaten komplett von der aktuellen Zusammensetzung. Momentan glaubt er an eine Erholung im Solarsektor. Zumindest stockte Sigurdsen zuletzt seinen Solaranteil im Portfolio wieder kräftig auf. Dieser macht aktuell 24 Prozent aus. Im Jahr 2010 war er gerade Mal mit zwölf Prozent investiert. Seine Strategie: Unternehmen genau beobachten und erst dann kaufen, wenn sie auf ein faires Bewertungsniveau herunterkommen. Das sieht er im Sonnensektor bei einigen Konzernen wieder erreicht. Selbst wenn die Kurse der Unternehmen, die er in seinem Fonds hält, charttechnisch noch keinen Boden gebildet haben.
Deutsche Solaraktien fallen durch
Trotz der momentan fallenden Preise für Polysilizium, das Rohmaterial für die Panele, ist Sigurdsen optimistisch, dass bei Konzernen wie MEMC Electronic Materials oder dem chinesischen Konkurrenten Daqo New Energy bald wieder höhere Kurse zu sehen sind. Beide dürften zwar auch künftig den Preisdruck aufgrund hoher Kapazitäten und starker Konkurrenz zu spüren bekommen. Vor allen die Chinesen bieten das Material jedoch zu günstigen Preisen an, was mittelfristig ein Vorteil sein kann. Beide Unternehmen kamen an der Börse zuletzt gewaltig unter Druck. Auch der chinesische Konzern Apollo Solar, Zulieferer für die Produktion von Dünnschichttechnologie, steht bei dem Skandinavier hoch im Kurs. Bis auf Solar Millennium, deren Wert der Markt nicht richtig sehen würde, hält der Norweger keine deutschen Solaraktien in seinem Portfolio. „Entweder sind sie zu teuer oder zu schlecht aufgestellt“, sagt der Fondsmanager. So sieht er momentan auch keinen günstigen Einstiegszeitpunkt bei den Zulieferern für die Solarindustrie – zumindest kurzfristig. Langfristig sagt er der Solarbranche eine rosige Zukunft voraus. Selbst optimistische Schätzungen mancher Analysten hält er immer noch für zu gering.
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