Mit Indexfonds wie dem db x-Trackers MSCI Japan lassen sich ganze Märkte abdecken. Doch das Timing ist nicht einfach.
Eine sprichwörtliche Stärke der Japaner ist jetzt gefragt: „Siebenmal hinfallen, achtmal aufstehen.“ Nach dem großen Beben, Tsunami und Super-GAU in Fukushima ist das Land teilweise gelähmt. Industrieproduktion und Exporte stocken, der Aktienmarkt ist eingebrochen, und Investoren ziehen ihr Geld ab. Auch Japan-Fonds – aktive wie passive – rutschten ins Minus. Der Exchange-Traded-Fund (ETF) DB X-Trackers MSCI Japan verlor seit der Katastrophe rund 20 Prozent seines Wertes und mit Abflüssen in Höhe von 130 Mio. Euro mehr als ein Drittels seines Volumens.
Der Fonds zählt zu den Erstlingswerken der ETF-Spezialisten der
Deutschen Bank zum Marktstart Anfang 2007. Er ist Swap-basiert, erhält also über Tauschgeschäfte die Performance des zugrunde liegenden Index MSCI Japan
Total Return. Das Börsenbarometer ist nach Marktkapitalisierung gewichtet und bietet mit 339 Indexbestandteilen ein sehr gutes Abbild des japanischen Aktienmarkts. Es berücksichtigt Kursperformance und Dividenden. Größter Wert mit 4,8 Prozent Gewicht ist der Autohersteller
Toyota, gefolgt von Honda mit 2,8 Prozent. Der ETF ist zu 110,5 Prozent sogar übersichert, um das Kontrahentenrisiko aus dem Swapgeschäft zu reduzieren. Dies soll Skeptiker beruhigen, die replizierende ETFs wie den milliardenschweren iShares MSCI Japan bevorzugen. Dort wird tatsächlich der Index nachgebaut. Einzelne aktiv gemanagte Fonds wie den Fidelity Japan Advantage, der eine Drei-Jahres-Performance von 9,4 Prozent liefert, kann das Indexprodukt von DB X-Trackers konstruktionsbedingt nicht schlagen.
ETFs zu nutzen ist daher eine Grundsatzentscheidung jedes Anlegers. Um den japanischen Markt abzudecken, sind Indexfonds grundsätzlich ein probates Mittel. Fraglich ist nur, ob sie bei den aktuellen Aussichten sinnvoll sind. Infolge der Katastrophe vom März korrigierte etwa der Chefökonom der
Deutschen Bank in Japan, Mikihiro Matsuoka, seine Prognosen. Er erwartet, dass 2011 die Wirtschaft um zwei Prozent und 2012 sogar um 2,3 Prozent schrumpft. Die japanische Zentralbank wird voraussichtlich bis auf Weiteres an ihrer Null-Zins-Politik festhalten müssen. Zudem droht steigende Arbeitslosigkeit. „Die nach Naturkatastrophen übliche v-förmige Erholung der Wirtschaft wird in Japan nicht stattfinden“, so Matsuoka. „Dem starken Einbruch zu Beginn der Krise folgt nur eine moderate Erholung.“
Auch der auf ETFs spezialisierte Vermögensverwalter Alexander Seibold mahnt zur Vorsicht: „Die Katastrophe ist noch nicht ausgestanden.“ Der Erholungseffekt lasse daher auch noch auf sich warten. Tatsächlich findet derzeit eher das sogenannte Bottom-Fishing statt, ohne dass es deutlich aufwärts geht. „Für mich zählt der japanische Aktienmarkt 2011 zu den Underperformern. Das Risiko, dort wieder einzusteigen, ist zu hoch“, sagt Seibold.
Das Aufstehen kann in Japan dieses Mal etwas länger dauern.
Beobachten
Risiko: Hoch
WKN: DBX1MJ
Kurs: 25,93€
Gebühr p.a.: 0,50%
Perform. 1 Jahr: –2,8%
Fondsvolumen: 226 Mio.€
Perform. 3 Jahre p.a.: –6,2%
Stimmen Sie mit ab beim nächstes Leserinvestment
Wählen Sie aus den drei Investments Ihren Favoriten und bestimmen so, über welchen Wert wir in der übernächsten Ausgabe von BÖRSE ONLINE berichten. Jede Stimme zählt!
Zur Auswahl stehen für das Leserinvestment der Ausgabe 20/2011: Knock-out-Bull Euro/Schweizer Franken, Knock-out-Bull Euro/norwegische Krone und Knock-out-Bull Euro/Yen.
Hier geht es zur Stimmabgabe
Empfehlen