Der iShares Emerging Market Local Bond hält sich wacker in den Turbulenzen. Doch es lauern Gefahren.
Die Angst vor dem Sog der Staatsschuldenspirale in den USA und Europa erschüttert die Finanzmärkte. Relativ unbeeindruckt von den Sorgen zeigten sich bislang die Rentenmärkte der aufstrebenden Nationen. Der börsengehandelte Indexfonds (ETF) auf das Marktbarometer für Schwellenländerbonds in lokaler Währung, der iShares
Barclays Capital Emerging Market Local Government Bond, verbuchte im August in der Spitze einen Einbruch von fünf Prozent, konnte aber die Verluste wieder wettmachen. Zum Vergleich: Hochzinsunternehmensanleihen notieren acht Prozent tiefer als im Juli.
Der ETF investiert überwiegend in Anleihen von Brasilien, Malaysia, Mexiko, Polen und Südafrika. Der Grund für das vergleichsweise gute Abschneiden der Schwellenländer liegt auf der Hand: Der Schuldenstand im Verhältnis zur Wirtschaftsleistung pendelt im Durchschnitt um die Marke von 40 Prozent. Bei den Industriestaaten sind es laut Internationalem Währungsfonds (IWF) rund 100 Prozent, Tendenz weiter steigend. Bei den Emerging Markets dagegen dürfte die Schuldenlast laut IWF-Schätzung bis 2014 weiter sinken.
Allerdings kann die Stimmung auch bei festverzinsten Papieren aus den Schwellenländern umschlagen. Nach dem Lehman-Crash 2008 etwa zogen sich Anleger in Scharen aus den Emerging-Market-Bonds zurück. Der Handel kam zum Erliegen. Entsprechende Fonds waren eingefroren.
So untersuchten die Experten der Dekabank, welche Ansteckungsrisiken den Schwellenländern bei einem Konjunktureinbruch in Europa und den USA drohen. „Wenn die Risikoaversion an den globalen Finanzmärkten stark ansteigt, wären vor allem die Staaten negativ betroffen, die stark auf externe Kapitalzuflüsse angewiesen sind“, merken die Autoren der Studie an, und weiter: „Mit einem von uns für 2011 erwarteten Leistungsbilanzdefizit von acht Prozent des Bruttoinlandsprodukts sticht hier die Türkei negativ hervor.“ Im iShares Emerging Market Local Government Bond haben türkische Staatsanleihen immerhin einen Anteil von 7,8 Prozent.
Betroffen sein könnten auch Länder, die viele Schulden bei Banken aus Europa oder gar den angeschlagenen Euro-Peripheriestaaten aufgenommen haben. Dazu zählen Bulgarien, Rumänien oder Ungarn: Die Magyaren haben beispielsweise im Index ein Gewicht von 5,9 Prozent. Die Deka-Volkswirte beruhigen aber auch: „Die makroökonomische Lage in den Emerging Markets ist stabil und macht es unwahrscheinlich, dass sie ohne schwere externe Schocks in eine Krise geraten.“
Die Anleihemärkte der aufstrebenden Nationen haben sich in den vergangenen Wochen zwar als stabiler Hort bewährt. Dennoch droht die Gefahr, dass zumindest einzelne Länder von einem globalen Abschwung herabgerissen werden. Risikoscheue Anleger warten mit einem Einstieg ab und wählen einen breit aufgestellten ETF.
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Risiko: Mittel
WKN: A1JB4Q
Emittent: iShares
Gebühr p.a.: 0,50%
Kurs: 72,50 €
Abbildungsart: physisch
Perform. 1 Monat: 3,4%
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