Der
Allianz Geldmarktfonds Spezial A schneidet im Kategorievergleich gut ab, absolut gesehen allerdings weniger.
Für Geldmarktfonds sieht es derzeit nicht gut aus. Die Renditen für kurz laufende Papiere sind vielerorts dramatisch niedrig; wie es weitergeht, kann niemand sagen. „Üblicherweise antizipiert der Geldmarkt die Leitzinsentwicklung. Das funktioniert jetzt aber nicht mehr“, sagt Uwe Pyde, Portfoliomanager beim Anleihespezialist Bantleon. „Die Unsicherheit und das gegenseitige Misstrauen am Interbankenmarkt sind zu hoch.“ Aus Angst vor einer Verschärfung der Euro-Krise haben viele Manager von Geldmarktfonds zuletzt Kapital aus Europa abgezogen.
Thomas Finkenzeller kann nicht flüchten. Der von ihm verwaltete
Allianz Pimco Geldmarktfonds Spezial A ist ein Euro-Geldmarktfonds und muss seinem Anlageschwerpunkt treu bleiben. Das Portfolio ist allerdings risikoarm zusammengesetzt, betont der Fondsmanager: „Wir haben bereits seit längerer Zeit auf Anleihen aus Krisenstaaten wie Griechenland verzichtet und uns primär auf Kern-Europa sowie Skandinavien fokussiert.“ Zu seinen größten Positionen zählen derzeit niederländische, deutsche und dänische Papiere. Die Restlaufzeit der einzelnen Instrumente darf höchstens zwei Jahre betragen.
Finkenzeller kauft nicht nur staatliche Geldmarktinstrumente mit Investmentgrade-Rating, also guter Bonität, sondern auch als sicher geltende Titel wie Pfandbriefe. Dagegen meidet er weitgehend klassische Geldmarktprodukte wie die oftmals unbesicherten Commercial Papers. „Grundsätzlich ist das Portfolio sehr konservativ ausgerichtet und sollte auch weiterhin stabil wachsen“, sagt Finkenzeller.
Mit dem Wachstum ist es indes so eine Sache. Geldmarktfonds dienen zwar vornehmlich als Geldparkplätze und nicht als Renditebringer. Sie konnten zuletzt aber nicht einmal die Inflation ausgleichen. Im laufenden Jahr brachten Euro-Geldmarktfonds, die für deutsche Privatanleger erhältlich sind, im Schnitt gerade einmal 0,54 Prozent nach Kosten. Auf Drei-Jahres-Sicht sind es durchschnittlich mit 0,81 Prozent jährlich auch nicht viel mehr.
Der Fonds schlug sich mit 0,68 Prozent im laufenden Jahr und 1,04 Prozent jährlich auf Drei-Jahres-Sicht zwar besser als der Durchschnitt, ist unter den Euro-Geldmarktfonds also nicht die schlechteste Wahl. Absolut gesehen wären Anleger aber mit einem Tagesgeldkonto besser bedient gewesen. Schlägt Finkenzeller seine Benchmark, einen einmonatigen Geldmarktzinssatz, wird überdies eine Erfolgsgebühr fällig – das ist ihm in der Vergangenheit allerdings nicht immer gelungen.
Ein Ausweg für Privatanleger: Es gibt von dem Produkt eine Tranche für Institutionelle (WKN: 979730). Diese Klasse hat eine Gesamtkostenquote von 0,23 Prozent und kommt auf ein Jahr gerechnet auf eine Performance von 1,1 Prozent. Der Profifonds hat eine reguläre Mindestanlagesumme von 1 Mio. Euro – kann aber bei vielen Direktbanken für geringere Beträge gekauft werden.
Beobachten
Risiko: Niedrig
WKN: 847627
Kurs: 50,57€
Gebühr p.a. (TER): 0,54%
Volumen: 1040 Mio.€
Ausgabeaufschlag: 0%
Perform. 1 Jahr: 0,68%
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