Fonds

Geschlossene Fonds Ausgeschlossene Gesellschaft

[14:11, 02.02.10]

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Für riskante Fonds erhalten Initiatoren keine Kredite. Daher dominieren konservative Beteiligungsmodelle das Angebot.


 

Wenn heute rund 900 Vertreter von Initiatoren geschlossener Fonds in Frankfurt zum ersten Gipfel des Branchenverbands VGF zusammenkommen, dürfte zunächst die große Suche beginnen. Die Suche nach denen, die das Horrorjahr 2009 überstanden haben. Die endgültigen Zahlen werden zwar erst morgen veröffentlicht, doch schon jetzt ist klar, dass 2009 das schlechteste Jahr seit Beginn der Datenerhebung gewesen ist. Damals, 1993, warben die Emittenten 5,9 Milliarden Euro Eigenkapital ein, 2009 werden es nicht mal 5 Milliarden Euro gewesen sein.

Der Einbruch im Neugeschäft um mehr als die Hälfte gegenüber 2008 hat mehrere Gründe. Da ist zum einen die gesunkene Risikobereitschaft der Anleger, die ihr Geld nur zaghaft in unternehmerische Beteiligungen stecken. Schwerer wiegt jedoch die Zurückhaltung der Banken. Geschlossene Beteiligungen brauchen in der Regel Fremdkapital, doch diese Quelle ist in den vergangenen Monaten versiegt. Die Banken halten sich als Finanzier zurück und machen so manchem Projekt den Garaus, kaum dass es aus der Schublade gezogen wird.

Branche vor Zäsur

Daran wird sich so schnell nichts ändern. "Eine Entspannung der Situation ist bezogen auf den Gesamtmarkt nicht in Sicht", sagt Steffen Möller, Chefanalyst der Ratingagentur Scope Analysis. Dessen sind sich die Emittenten bewusst: Scope hat im Rahmen der Jahresstudie die Initiatoren nach den größten zu erwartenden Schwierigkeiten für 2010 befragt: Mit rund 88 Prozent der Nennungen rangiert das Problem der Zwischenfinanzierung an erster Stelle. "Banken werden auf Dauer überwiegend nicht mehr bereit sein, beim Erwerb des Investitionsobjekts in Vorkasse zu treten", erwartet Möller.

Die Branche steht vor einer Zäsur. Die über Jahre gängige Methode - erst kaufen und dann mit dem Eigenkapital den Kredit ablösen - funktioniert kaum noch. Wenn, dann sind Banken nur bei sicheren Fondskonzepten bereit, die Vorfinanzierung zu leisten. Das gilt derzeit etwa für Solar- oder Wohnimmobilienfonds, bei denen Kosten und Einnahmen gut planbar sind. Mit ihrer Vorsicht sorgen die Banken somit für eine Vorauswahl: "Konservative Produkte werden sich durchsetzen", sagt Georg Reul, Vorstand des auf Immobilien spezialisierten Initiators IVG. Für Anleger hat das den erfreulichen Nebeneffekt, dass viele unseriöse Angebote gar nicht erst in den Vertrieb gelangen. Gleichzeitig sind auch gut konzipierte, aber riskantere Fonds schwerer umzusetzen.

Die Initiatoren müssen nach Alternativen suchen. Nach Reuls Ansicht könnten etwa Immobilienfonds auf Objekte im Bau ausweichen, bei denen die Zahlung erst mit Fertigstellung erfolgt. Dann bleibe genügend Zeit, um das Eigenkapital einzuwerben. "Andererseits trägt der Fonds dann das Risiko, dass das Objekt nicht rechtzeitig fertiggestellt wird", so Reul.

Friedrich Wilhelm Patt, Sprecher der Geschäftsführung der Hannover Leasing, sieht einen Ausweg in einer höheren Platzierungsgarantie von Vertriebspartnern: "Damit könnten die Initiatoren ihr eigenes Platzierungsrisiko reduzieren." Mit der Platzierungsgarantie verpflichten sich die Initiatoren gegenüber der Bank, die ausstehenden Fondsanteile zu übernehmen.


 

© 2010 ftd.de

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