Medienfonds
VIP-Banken mit Vergleichsquote zufrieden
Von Ute GöggelmannDer Streit zwischen Anlegern der Medienfonds VIP 3 und VIP 4 und den Banken um Schadensersatz wird überwiegend außergerichtlich beigelegt. Die Anleger ziehen ihre Klagen zurück.
"Die erkennbaren Tendenzen bei der Annahme der Vergleichsquote der Medienfonds VIP 3 und 4 sind positiv", sagte gestern ein Sprecher der HVB. Die Bank wickelt die Vergleiche für alle Kreditinstitute ab, die VIP-Fonds vertrieben haben. Anlegeranwälte gehen von einer Quote von 90 Prozent aus. Die Annahmefrist endete am Montag. Die endgültige Zustimmungsquote kann die HVB erst in einigen Wochen nennen.
Damit endet größtenteils ein juristischer Kleinkrieg, den sich Anlegeranwälte und Banken über Jahre hinweg geliefert hatten. 2003 und 2004 erwarben rund 7500 Anleger für 650 Millionen Euro Anteile an den Medienfonds VIP 3 und VIP 4. Die Produkte wurden als Steuersparmodell angeboten. 2007 kippte das Finanzgericht das Privileg und forderte Steuern nach. Es folgten turbulente Gläubigerversammlungen und Tausende Klagen gegen die Banken HVB, Dresdner Bank und
Commerzbank. Der Vergleich sieht vor, dass die Anleger ihr eingesetztes Geld zum Laufzeitende wiederbekommen, jedoch nicht das Agio. Auch der Steuervorteil ist verloren.
Tilo Seiffert, Geschäftsführer der Film & Entertainment VIP Medienfonds, ist froh über den Zuspruch der Anleger: Die Emotionen der Vergangenheit seien abgekühlt. Er hofft beim Fonds VIP 3, der Ende 2011 aufgelöst wird, 95 Prozent des Fondsvolumens an die Anleger ausschütten zu können. "Bei VIP 4, der 2014 fällig wird, sind es nur 58 Prozent der eigenfinanzierten Einlage", sagte er. In diesen Fonds brachten die Zeichner nur 55 Prozent ihrer Beteiligung selbst auf, für den Rest stellte die HVB ein Darlehen.
Seiffert verweist darauf, dass er bei seiner Schätzung konservativ vorgegangen sei. Der Anspruch auf künftige Erlösbeteiligungen aus Filmprojekten wie "Das Parfum", die bei der Endabwicklung verkauft werden, könnte die Ausschüttungssumme noch erhöhen. Anleger hätten davon aber nur etwas, wenn die Erträge über die Rückzahlungsgarantie der Banken hinausgehen.
Unterdessen droht dem Initiator Hannover Leasing Ärger mit Medienfondsgläubigern. Ein Anleger des Fonds Sam Productions GmbH erwirkte eine außerordentliche Gläubigerversammlung für die nächste Woche. Er wolle über den Stand der staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen mehr erfahren, sagte Anwältin Katja Fohrer von der Kanzlei Mattil & Kollegen, die ihn vertritt. Auch bei den Fonds dieses Emissionshauses hatte das Finanzamt Steuervorteile infrage gestellt.
© 2010 ftd, © Bild: www.vip-medienfonds.de










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