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11:35, 03.02.10


Dubai-Fonds

Gern geschehen

Von Renate Daum

Der Dubai-Fondsanbieter ACI hat Anleger um eine freiwillige Umlage gebeten – mit Erfolg. Ob und wann die Zeichner ihr Geld sehen, steht dagegen in den Sternen.


Sage noch jemand, die Deutschen seien nicht hilfsbereit. In Not Geratenen greifen sie gern unter die Arme. Der Geschäftsführung der geschlossenen Dubai-Fonds II bis V von Alternative Capital Invest (ACI) zum Beispiel. Das Gütersloher Emissionshaus hat seit 2004 sieben Fonds mit mehr als 600 Mio. Euro Gesamtinvestitionsvolumen platziert. Bekannt wurde der Anbieter vor allem durch die Idee, geplante Wolkenkratzer in Dubai nach Sportlegenden zu benennen.

Doch lange bevor das Michael Schumacher Business Center, der Boris Becker Business Tower und die Niki Lauda Twin Towers bezugsfertig waren, schlug die Finanzkrise zu. Bei den Fonds II bis V, die vor den Promiprojekten aufgelegt wurden, schien ACI zwar gerade noch rechtzeitig die Reißleine gezogen zu haben. Die Liquidation war beschlossen, ein Käufer für die Fondsobjekte gefunden. Doch dann platzte der Deal. Schuldner zahlen nicht. Die ACI Real Estate etwa habe über 60 Mio. Euro Außenstände, da die Investoren aus Dubai ihren Verpflichtungen nicht nachkommen, berichtet ACI Anlegern in einer Stellungnahme vom 27. Januar.

Nun ist das Geld knapp, aber die Kosten für Miete, Strom, Telefon und vieles mehr laufen weiter. Geschlossene Fonds in Finanznöten haben generell die Möglichkeit, Ausschüttungen von Anlegern zurückzufordern, solange sie nicht aus erwirtschafteten Gewinnen stammen. So war das auch bei den Ausschüttungen dieser ACI-Fonds. Doch ACI kam auf eine andere Idee: Fondsgeschäftsführer Uwe Lohmann bat Investoren im Dezember 2009 um eine „freiwillige Umlage“. Sollten die Anleger nicht mitmachen, drohe im schlimmsten Fall eine Insolvenz. Schon 2009 war die Lage offenbar sehr kritisch, denn in der ACI-Stellungnahme heißt es, die Geschäftsführung „hätte bereits in 2009 Insolvenz beantragt“, wenn sie nicht im Interesse der Anleger handeln würde.

Trotzdem hat die Umlage ihre Tücken: Würden zunächst die Ausschüttungen zurückverlangt, könnte sie ein Insolvenzverwalter im Fall der Fälle nicht mehr einziehen. Dank der Umlage bleibt ihm die Möglichkeit, bei einer Insolvenz das Geld zurückzufordern.

Die Anleger stimmten dennoch mit großer Mehrheit zu, bis zu 150 Euro je 10 000 Euro Kommanditanteil vorab zuzuschießen – pro Jahr. Gut 1 Mio. Euro kommt so für die vier Fonds zusammen. Nur ein paar Querulanten krittelten daran herum, der Anlegeranwalt Hartmut Göddecke etwa: „Die pauschale Zahlung von Auslagen vorab birgt die Gefahr von uneinbringlichen Verlusten, sollte die Fondsgeschäftsführung insolvent werden.“ Und wenn jemand Angst hat, so noch mehr Geld in den Sand zu setzen? „Zwingen kann ihn niemand“, ist Göddecke überzeugt.

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