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11:29, 04.02.10


Geschlossene Fonds

Anleger halten sich zurück

Von Bernd Mikosch

Solarzellen

© ddp
Solarzellen

An Investmentfonds und Zertifikate haben sich Privatanleger im vergangenen Jahr wieder herangetraut – um Beteiligungsmodelle dagegen machten sie einen Bogen. 2009 sammelten die Initiatoren geschlossener Fonds deutschlandweit gerade mal 5,2 Milliarden Euro ein, 37 Prozent weniger als im Vorjahr und nur halb so viel wie 2007. „Das Platzierungsergebnis zeigt deutlich die Auswirkungen der Finanz- und Wirtschaftskrise auf den Markt“, sagte der Hauptgeschäftsführer des Verbands Geschlossener Fonds (VGF), Eric Romba, gestern in Frankfurt. „Trotzdem ist das Ergebnis besser, als viele Branchenbeobachter erwartet hatten.“

Grund für den Einbruch ist einerseits die gesunkene Kreditvergabe der Banken. Die Initiatoren haben Mühe, Projekte zu finanzieren. Zugleich gehen Anleger derzeit kaum langfristige Investitionen ein, die Laufzeit geschlossener Fonds beträgt oft aber zehn oder mehr Jahre. Dazu kommen schlechte Nachrichten vor allem von Schiffsfonds, die unter dem Einbruch des Containerschiffmarkts leiden: Viele Anbieter fordern von Anlegern bereits geleistete Auszahlungen zurück – in der Hoffnung, so eine Insolvenz der Fondsgesellschaft zu vermeiden.

Neuer Marktführer ist KGAL

Der große Verlierer der Krise sind folgerichtig die Schiffsbeteiligungen: Der Absatz dieser Fondsmodelle brach um zwei Drittel ein. Zu den Gewinnern der Krise gehören Deutschlandimmobilienfonds und Beteiligungen an Erneuerbare-Energien-Anlagen. Immobilien gelten als solide Anlage in unsicheren Zeiten, Solarfonds profitieren von der staatlichen Förderung. Überhaupt sieht sich die Branche nach einem schwierigen Jahr wieder im Aufwind: Im letzten Quartal 2009 zog der Absatz deutlich an. „Wir glauben, dass sich die Erholung fortsetzen wird“, sagte Romba.

Ein für Branchenbeobachter unerwartetes Ergebnis zeigt die Auswertung, über welche Vertriebswege die Anteile geschlossener Fonds verkauft wurden: Demnach gewann der Vertrieb über Banken noch an Bedeutung, obwohl das Ansehen der Institute wegen der oft schlechten Qualität der Beratung deutlich gelitten hat. Jeder zweite Euro fließt über Bankberater zu den Initiatoren, die freien Vermittler dagegen verlieren an Schlagkraft. „Dabei hatten viele erwartet, dass die freien Vertriebe nicht so stark unter dem Vertrauensverlust zu leiden haben, weil sie oft näher am Kunden sind“, sagte Romba.

Bereinigung blieb aus

Die Krise hat auch die Rangfolge der größten Emissionshäuser durcheinandergewirbelt. Der auf Schiffe spezialisierte Initiator HCI, im Jahr 2008 noch Marktführer, ist 2009 auf den elften Platz abgerutscht. Das börsennotierte Hamburger Emissionshaus konnte bei Privatanlegern nur 112 Millionen Euro einsammeln. Neue Nummer eins ist die KGAL. Dem breit aufgestellten Initiator, der Commerzbank, BayernLB, Hamburger Sparkasse und Sal. Oppenheim gehört, vertrauten Anleger 2009 gut 460 Millionen Euro an.

Eine Bereinigung des unübersichtlichen Marktes blieb auch 2009 aus: Der VGF sieht 167 Initiatoren als relevant an. Insgesamt gestattet die Finanzaufsicht BaFin regelmäßig Prospekte von mehr als 300 Anbietern im Jahr. So kommt es, dass die größten vier Emittenten gerade mal ein Viertel des Marktes auf sich vereinen. Der Investmentfondsmarkt ist deutlich übersichtlicher – dort dominieren die wichtigsten vier Spieler klar das Geschehen.

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