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09:30, 20.07.09


HCI Shipping

Anleger lassen Schiff absaufen

Von Bernd Mikosch

Schifffahrt

© dpa
Schifffahrt

Die Anleger des geschlossenen Dachfonds  HCI Shipping Select XV haben sich gegen eine Kapitalerhöhung für das in Liquiditätsnot geratene Containerschiff „Mar Catania“ entschiedenen und den Frachter damit in die Pleite geschickt. Der Hamburger Initiator  HCI Capital teilte am Freitag mit, die Fondsgeschäftsführung habe für die Gesellschaft dieses Schiffs einen Insolvenzantrag gestellt. Zuvor hatten sich die 1900 Investoren mit großer Mehrheit dagegen ausgesprochen, den Frachter mit einer Kapitalspritze zu retten.

Die „Mar Catania“ gehört nun zu dem halben Dutzend deutscher Fondsschiffe, die seit Beginn der Seefahrtskrise Insolvenz anmelden mussten.  HCI ist der größte Anbieter dieses Fondstyps und hat mehr als 330 Schiffe in Fahrt. Derzeit sei kein weiteres Schiff der Flotte akut von einer Insolvenz bedroht, teilte der Initiator auf Rückfrage mit.

Ein Fünftel des eingesetzten Fondskapitals im Feuer

Für den Shipping Select XV hatte  HCI 2005 insgesamt 60 Millionen Euro Eigenkapital eingesammelt. Die Pleite der „Mar Catania“ bedeutet einen herben Einschnitt in der Rechnung der Anleger, aber keinen Totalverlust. Der Containerfrachter war eines von insgesamt sieben Schiffen im Fonds und machte daher nur 21 Prozent des eingesetzten Kapitals aus. Zieht man die bisherigen Ausschüttungen der „Mar Catania“ ab, beläuft sich der Verlust der Anleger auf voraussichtlich 17 Prozent des eingesetzten Kapitals.

„Ob ein Erlös aus Verkauf oder Zwangsversteigerung des Schiffs die bestehenden Forderungen an die Gesellschaft übersteigt, ist aus heutiger Sicht nicht absehbar“, sagte eine Sprecherin des Unternehmens. Anleger dürfen also nicht mit einem Ertrag aus der Verwertung des Schiffes rechnen.

Andere Fondsschiffe haben Beschäftigung

Die „Mar Catania“ hat in den vergangenen Monaten fast drei Millionen Dollar Schulden angehäuft. Im Herbst 2008 meldete der Charterer C & Line Insolvenz an, eine Anfang 2009 geschlossene Reisecharter lief Ende April aus. Eine Anschlusscharter ließ sich nicht auftreiben. Das Sanierungskonzept sah vor, dass Anleger 3,7 Millionen Euro nachschießen, um das Schiff über die Flaute zu bringen. Das lehnten die Investoren ab. Daraufhin forderten die finanzierenden Banken die zwischenzeitlich gestundeten Darlehen ein, der Insolvenzantrag war unausweichlich. Die anderen Fondsschiffe verfügen  HCI zufolge über eine „auskömmliche Beschäftigung“.


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