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20:03, 24.01.12


Schiffsfonds

Doppelt gekauft hält besser

Von Patrick Hagen und Katrin Berkenkopf

Tanker

© Pressefoto
Tanker

Der Schiffsfonds DS 111 des Dortmunder Initiators Dr. Peters ist pleite, die beiden Schiffe, die er besaß, wurden zwangsversteigert. Jetzt sollen Anleger erstmals die Möglichkeit bekommen, verlorene Schiffe zurückzukaufen und so ihre Verluste zu minimieren. Bisher bedeutete eine Fondsinsolvenz für die Anleger in der Regel den Totalverlust. Das will Dr. Peters verhindern. Damit der Rückkauf klappt, müssen die Anteilseigner des Fonds jedoch frisches Geld nachschießen: 12 Mio. Euro werden gebraucht. Bislang haben Anleger rund die Hälfte zugesagt, heißt es bei Dr. Peters.

Der 2005 aufgelegte Fonds, der die beiden Tanker „DS Performer“ und „DS Power“ besaß, wurde ein Opfer der Schifffahrtskrise und musste im vergangenen Oktober Insolvenz anmelden. Die finanzierenden Banken Commerzbank und Nordea hatten einen Antrag abgelehnt, fällige Tilgungszahlungen zu stunden. Im Dezember wurden die beiden Schiffe schließlich zwangsversteigert. Der Dr.-Peters-Fonds ist kein Einzelfall. Nach Zahlen des Analysehauses Deutsche Fondsresearch (DFR) befinden sich insgesamt 221 Schiffsfonds in der Sanierung, in acht Fällen kam es DFR zufolge bereits zur Insolvenz.

Neuer Fonds soll Verluste zum Teil ausgleichen

Für die Rettungsaktion will Dr. Peters zunächst eine neue Fondsgesellschaft gründen. Sie kauft die Schiffe an und bekommt dafür einen neuen Kredit der  Commerzbank. Der neue Fonds soll dann so viel Geld verdienen, dass die Anleger damit einen Teil der Verluste aus der Fondspleite ausgleichen können. Das ganze funktioniert nur, weil die Schiffe bei der Versteigerung von einer Zweckgesellschaft mit Rückendeckung der  Commerzbank erworben wurden. Der Kaufpreis betrug je 15 Mio. Dollar, zu wenig, um das noch ausstehende Darlehen komplett abzudecken. Die  Commerzbank kommentiert das nicht.

Rechnerisch muss jeder Anleger 27 Prozent seiner ursprünglichen Einlage nachschießen. Wenn alles nach Plan läuft, bekommen sie dafür nach sieben Jahren 65 Prozent ihrer Gesamtanlage zurück. Um in die Gewinnzone zu kommen, müssten sie deutlich mehr hinlegen. „Wenn die Summe nicht vollständig durch Altanleger aufgebracht wird, werden wir auch externe Investoren einbinden“, sagt der Sprecher des Emissionshauses: „Unser Ansinnen ist aber, dass so viele Altanleger wie möglich mitmachen.“

Wer sich nicht beteiligt, muss weiterhin mit Totalverlust rechnen

Investoren, die sich nicht beteiligen, droht weiterhin der Totalverlust. „Demgegenüber müssen Gesellschafter, die keinen Neukapitalbetrag übernehmen, mit einer erheblichen Verwässerung ihrer Beteiligung und mit einem nahezu vollständigen Verlust des Altkapitals rechnen“, heißt es entsprechend drohend in einem Schreiben der Dr.-Peters-Tochter GVT an die Anleger.

Aber auch für Anleger, die mitmachen, birgt das Konzept Risiken. Spielen die volatilen Tankermärkte nicht mit, ist im schlimmsten Fall nicht nur die ursprüngliche Anlage verloren, sondern auch das frische Kapital. Dr. Peters glaubt, dass der neue Fonds gute Chancen auf dem Markt hat, weil er die Schiffe zu einem günstigen Preis kaufen kann. Der Initiator rechnet mit 16 Mio. Dollar je Schiff.

Zurzeit sind die Aussichten für Tanker aber eher trübe. Das liegt vor allem daran, dass es zu viele Schiffe gibt. „Unserer Meinung nach werden die Tanker bis weit ins Jahr 2013 hinein in schwerer See fahren“, heißt es in einer Marktanalyse der HSH Nordbank. Während zunächst vor allem Fonds mit Containerschiffen Probleme bekamen, hat sich inzwischen die Zahl notleidender Tanker deutlich erhöht, beobachtet auch DFR-Geschäftsführer Nils Lorentzen.

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