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10:46, 27.11.08


DG Fonds

Protest zum großen Fest

Von Renate Daum

© dpa

Ein 125-jähriges Jubiläum ist ein Grund zum Feiern, keine Frage. Die DZ Bank hat daher am 4. Dezember um 17 Uhr zum Festakt in der Alten Oper in Frankfurt geladen. Finanzminister Peer Steinbrück soll die Festrede halten, auch Frankfurts Oberbürgermeisterin Petra Roth gehört zu den Ehrengästen.

Nicht eingeladen sind die zahlreichen Zeichner von Geschlossenen Fonds, die in großem Stil von Genossenschaftsbanken vertrieben wurden. Etliche dieser DG Fonds befinden sich seit längerem in einer Schieflage. Der Umgang mit den Zeichnern entsprach zudem so manches Mal eher den Gepflogenheiten, die man eher von den dubiosen Anbietern Geschlossener Fonds kennt und nicht von Unternehmen im Zusammenhang mit einer angesehenen Bank erwarten würde.

„Deshalb laden wir uns selbst ein“, sagt Rüdiger Stangen, ein betroffener Anleger. Seine Interessensgemeinschaft Geschädigte Genossenschaftlicher Immobilienfonds (GGI) in Stuttgart und die Schutzvereinigung für Anleger (SfA) aus Bremen planen daher eine öffentliche Protestkundgebung ab 16.30 Uhr vor der Alten Oper. Der Ärger bei den Betroffenen muss groß sein, denn Zeichner Geschlossener Fonds tendieren gewöhnlich nicht dazu, öffentlich zu demonstrieren.

Anwältin kritisieren Kick-backs

Die DG Anlage Gesellschaft aus der DZ Gruppe hatte Geschlossene Immobilienfonds aufgelegt. Die Geschädigten sind davon überzeugt, dass viele Probleme bei den Fonds hausgemacht waren. "Anhand der uns vorliegenden Unterlagen können wir detailliert nachweisen, in welcher Höhe Provisionen – so genannte Kick-backs - an die Volks- und Raiffeisenbanken gezahlt worden sind“, erläutert etwa die Anlegeranwältin Petra Brockmann von der Kanzlei Hahn Rechtsanwälte in Bremen, die häufig mit der SfA zusammenarbeitet.

Brockmann verweist auch auf Verflechtungen zwischen der DZ Bank und deren Töchtern und einzelnen Grundstücksverkäufern. Beim DG-Fonds Nr. 35 mit Objekten in Frankfurt und Berlin etwa sei das Frankfurter Objekt von einer Tochter der DG Immobilien Management Gesellschaft mbH, der A.C. Spanner GmbH, verkauft worden. Bei solchen Konstellationen stellt sich die Frage, ob der Fonds übervorteilt worden sein könnte.

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