DIGH
Die Freiheit ist fast grenzenlos
Genussrechte bieten zwei Töchter der EECH Group an, die auf unserer Grauen Liste steht. Die EECH GmbH & Co. Solar Invest KG, Hamburg, investiert in Solarprojekte in Europa. Pro Jahr stellt sie sieben bis zwölf Prozent Ausschüttung in Aussicht. Zwölf Prozent strebt die DIGH GmbH & Co. 4. Grundinvest KG, Stuttgart, ab 2010 an. Sie setzt auf Immobilien in der Türkei.
Anleger können die Papiere nicht handeln. Das sei ohne geregelten Markt „nicht im Sinne der Transparenz für den Anleger“, erklärt EECH – eine wenig überzeugende Begründung. Eine Rückzahlung ist nach Kündigung erst ab Mitte 2013 beziehungsweise 2015 möglich. Das fordert Mut von den Anlegern, denn konkrete Projekte gab es bei Auflage der Prospekte noch nicht. „Der Blind- Pool-Charakter ergibt sich bereits daraus, dass es sich um eine Unternehmensfinanzierung und nicht um eine Projektfinanzierung handelt“, erläutert EECH. Auch in Unternehmen aus dem eigenen Konzern könnte investiert werden.
Genau das bereitet uns Sorgen. Die Anleger haben keine Sicherheit, dass Mittel nicht in Projekten landen, die der Konzern loswerden möchte. Es wäre sogar denkbar, dass sie direkt oder indirekt etwaige Finanz- oder Bilanzlöcher stopfen. Seit kurzem ist das erste Solar-Projekt bekannt. Der Solar-Park im sächsischen Königsbrück wurde von einer EECH-Tochter erworben. Bei einer früher emittierten Solaranleihe des Konzerns mussten Anleger vor einigen Monaten auf ihre Zinsen warten. EECH wies damals Gerüchte um Zahlungsprobleme weit von sich und nannte statt dessen interne, technische Gründe.
Kein gutes Zeichen ist, dass die Zahlen der EECH Group AG für 2006 noch nicht vorliegen. „Wir gehen davon aus, dass wir den Jahresabschluss und den Geschäftsbericht 2006 in Kürze veröffentlichen werden“, teilt der Konzern mit. Das wird spannend. Bei der Bilanz für 2005 schrieb der Wirtschaftsprüfer, dass die Werthaltigkeit von Forderungen über 41,4 Millionen Euro „von der zukünftigen erfolgreichen Kapitalisierung“ der Schuldner abhänge. Diese Wackelposition entsprach stolzen 45 Prozent der bilanzierten Vermögenswerte.
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