Gray McKenzie
Strafantrag gestellt
Von Renate DaumDie Anwaltskanzlei Rotter Rechtsanwälte aus München hat bei der Staatsanwaltschaft München I Strafantrag gegen Gray McKenzie Global Asset Management gestellt. Das Unternehmen hatte sich als kanadisches Finanzinstitut mit Sitz in Toronto präsentiert und Geld bei Anlegern in Deutschland eingesammelt. Damit sollten attraktive Aktien erworben werden, etwa von Wilmar International. Dieses Palmölproduktionsunternehmen mit Sitz in Singapur stand Gray McKenzie zufolge kurz vor dem Börsengang in der Volksrepublik China. Kunden überwiesen dafür Geld auf ein Konto bei der Hongkong and Shanghai Bank in Hongkong.
Seit einigen Wochen berichten Kunden, dass sie Gray McKenzie nicht mehr erreichen und auch keinen Zugriff auf ihre Konten mehr haben. Es könne sich um ein „großangelegtes Betrugsmanöver“ handeln, vermutet Felix Weigend, Anwalt in der Kanzlei Rotter.
Wikipedia-Eintrag frei erfunden
Perfide nutzten die Drahtzieher hinter Gray McKenzie die neuen Möglichkeiten, die das Internet bietet. So find sich in der beliebten Online-Enzyklopädie Wikipedia ein Beitrag, in dem die lange Geschichte des Unternehmens geschildert war. „Ein User hat die Seite im Mai 2010 kreiert“, berichtet Weigend. Er sei mittlerweile auf Wikipedia nicht mehr als User zugelassen. Der Beitrag ist nicht mehr aufrufbar.
In einer letzten Mitteilung an Kunden hatte Gray McKenzie behauptet, die Agricultural Bank of China übernehme die Geschäfte. Von der Bank war keine Auskunft dazu zu erhalten. Es dürfte sich aber um eine Falschmeldung handeln wie etliche Falschmeldungen zuvor. So hatte sich Gray McKenzie als Teil der japanischen Mitsubishi Group Enterprise dargestellt. Dies traf jedoch nicht zu. Auch bei der kanadischen Bankenaufsicht war das Unternehmen nicht bekannt.
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