Phoenix Kapitaldienst
Phoenix: Die unendliche Pleite
Von Tobias KaiserDie Insolvenz von Phoenix Kapitaldienst, einem der größten Finanzskandale der Nachkriegsgeschichte, droht sich noch über Jahre hinzuziehen. Geprellte Anleger, die auf eine zügige Abwicklung des Verfahrens und eine baldige Ausschüttung des sichergestellten Geldes gehofft hatten, müssen wohl noch weiter warten.
Die neueste Verzögerung: Eine Gruppe von Wertpapierhändlern hat beim Landgericht Frankfurt Strafanzeige gegen den Insolvenzverwalter Frank Schmitt gestellt. Sie werfen ihm Untreue und Betrug vor. Die Wertpapierhändler, die sich den Namen Rechtsverfolgungspool gegeben haben, sind Mitglieder der gesetzlich vorgeschriebenen Entschädigungseinrichtung der Wertpapierhandelsunternehmen (EdW). Die EdW muss die rund 300.000 von der Phoenix-Pleite betroffenen Anleger bis zur gesetzlich vorgeschriebenen Höchstgrenze von 20.000 Euro für ihre Verluste entschädigen. Auf die EdW-Mitglieder, die in den Entschädigungstopf einzahlen, kommen deshalb im Falle einer Ausschüttung saftige Nachzahlungen zu. Erklärtes Ziel der Gruppe Rechtsverfolgungspool ist es, die EdW-Ausschüttung zu verhindern. Dazu zündet die Gruppe ein ganzes Feuerwerk an Klagen und Beschwerden auf das gegenwärtige Insolvenzverfahren – mit dem Effekt, dass sich das Verfahren in die Länge zieht.
Die Strafanzeige ist der vorläufige Höhepunkt der Querelen. Die Wertpapierhändler werfen dem Insolvenzverwalter vor, die Insolvenzmasse aufgebläht zu haben, um selbst höhere Gebühren zu kassieren, und nicht konsequent Geld bei Unternehmen eingetrieben zu haben, die möglicherweise für die Phoenix-Betrügereien haftbar gemacht werden könnten. Mit den gleichen Argumenten hatte die Gruppe bereits vergangene Woche einen Sonderverwalter für die Phoenix-Insolvenz beantragt, der die Aufgabe hätte, Insolvenzverwalter Schmitt auf die Finger zu schauen.
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