Schrottimmobilien
Badenia muss alles rückabwickeln
Von Renate DaumDas Landgericht Karlsruhe hat die Badenia Bausparkasse am 8. August 2008 dazu verurteilt, einem Ehepaar den Schaden zu ersetzen, der durch den Erwerb einer Eigentumswohnung in Oschersleben entstanden ist. Die Käufer seien über die Höhe der tatsächlich erzielbaren Miete und damit den Wert der Wohnung arglistig getäuscht worden, entschieden die Richter (Aktenzeichen 10 O 508/07). Die Entscheidung ist noch nicht rechtskräftig.
Die Wohnung war von der Firma Heinen & Biege aus Dortmund vermittelt und von der Badenia finanziert worden. Doch zwischen den versprochenen und den tatsächlichen Ausschüttungen aus einem Mietpool, in den alle Mieteinnahmen flossen, klaffte eine erhebliche Lücke.
Ansprüche noch nicht verjährt
Die Rechtsanwältin Tamara Knöpfel von der Kanzlei Witt Nittel Rechtsanwälte in Heidelberg, die das Ehepaar vertrat, betont, dass die Badenia besonders eng „mit den höchst fragwürdigen Vermittlern von Heinen & Biege besonders eng zusammengearbeitet“ habe. In solchen Fällen werde vermutet, dass das finanzierende Kreditinstitut von der arglistigen Täuschung gewusst habe. Badenia hätte daher nach Ansicht des Landgerichts Karlsruhe die Anleger von sich aus über die arglistige Täuschung aufklären müssen. Nun muss die Badenia die Verträge vollständig rückabwickeln.
Der Schadenersatzanspruch Geschädigter sei einer neuen Entscheidung des Bundesgerichtshofs auch noch nicht verjährt. Für die Verjährung sei erforderlich, „dass der Anleger nicht nur weiß, dass er über die Höhe der Mieteinkünfte arglistig getäuscht wurde, sondern auch, dass er weiß, dass die Badenia mit Heinen & Biege besonders eng und dauerhaft zusammengearbeitet hat“, erläutert Knöpfel. Davon hätten ihre Mandanten aber erst viel später erfahren als von den Mietproblemen.
Heinen & Biege hatte in den neunziger Jahren in großem Stil Eigentumswohnungen mit vollmundigen Versprechungen vertrieben. Als Finanzier spielte die Badenia Bausparkasse eine wichtige Rolle. Als die Modelle nicht aufgingen, gerieten viele Geschädigte in große Schwierigkeiten.
© 2008 boerse-online.de, © Bild: dpa









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