DKM Vermögensverw. AG
Unrealistische Vorgaben
Den Stein der Weisen scheint die in Stuttgart (früher Kleinostheim) ansässige DKM Vermögensverwaltung AG gefunden zu haben. Im Kapitalmarktprospekt vom 1. September 2004 offeriert sie vinkulierte Namens-Genussrechte am DKM Global Opportunities Fund A, B, C und D. Das Geld soll in alternativen Investments wie Hedgefonds, Rohstoffen, Währungen und Venture Capital angelegt werden. Im Prospekt heißt es unter „Performance-/ Risikovorgabe“, dass die Gesellschaft „bei den Zielinvestments eine durchschnittliche Performance von 25 - 30% p. a. bei einer maximalen Volatilität zwischen 5 - 10 %“ anstrebt. Langfristig ist eine derartig ideale Chance-Risiko-Relation kaum zu erzielen.
Rekordverdächtig – allerdings im negativen Sinne – sind auch die anfallenden Gebühren. So heißt es im Prospekt: „Erzielt die Emittentin eine Rendite von 9,27 %, so führt dies auf Grund der Kosten der involvierten Gesellschaften der DKM Unternehmensgruppe (siehe Kapitel C 2.11) über einen Zeitraum von fünf Jahren zu einem Verlust der vinkulierten Namens- Genussrechte der einzelnen Tranchen des Master Fonds DKM Global Opportunities von jährlich minus 3,0% (kumuliert minus 14 %).“ Auf Nachfrage bezeichnete DKM die Kosten als „überaus wettbewerbsfähig im Bereich alternativer Investments“. Mit Dach-Hedgefonds oder Hedgefonds-Zertifikaten seien die DKMProdukte nicht vergleichbar, da sich die Anlagestrategie auf den gesamten Bereich der alternativen Investments erstrecke.
Wie schnell statt der Traumrenditen Verluste anfallen können, mussten Anleger erfahren, die bereits 2003 die angebotenen DKM-Genussscheine gezeichnet haben. Laut 2003er-Bilanz haben sie einen Verlust von 16 Prozent verbucht. DKM bestätigte, dass das rechnerisch zutrifft. Allerdings sei die Betrachtung eines einzelnen Jahres aus wirtschaftlicher Sicht nicht sinnvoll, da „konzeptionsbedingt im Jahr der Zeichnung wesentliche Kostenkomponenten anfallen“. Auch bei den neuen Genussscheinen raten wir von einem Investment ab.
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