Dynasty Investment International
Dynasty Investment
Auf den Seiten des n-tv-Videotexts wirbt die Dynasty Investment International, die ihren Geschäftssitz angeblich in Toronto hat, aber von Düsseldorf aus tätig ist. Wer bei Dynasty investiert, dem versprechen die Telefonverkäufer schon jetzt eine sichere Zuteilung bei der anstehenden T-Online-Emission. Als „guter institutioneller Kunde“ will die Gesellschaft von der Dresdner Bank 100 000 Aktien bevorrechtigt erhalten. Diese werden schon jetzt an interessierte Anleger verteilt. Die Papiere erhalten sie jedoch nicht auf ihrem Konto gutgeschrieben, sondern als „stille Gesellschaftsanteile der Dynasty“. Problemlos und sogar ohne dass der Deal spekulationssteuerplichtig werden soll, können die Aktien schon am ersten Handelstag verkauft werden – behaupten zumindest die Verkäufer. Die Gelder und Gewinne sollten dann gleich in die nächsten Emissionen investiert werden, denn „Dank der guten Kontakte wird Dynasty auch bei anderen begehrten Börsengängen berücksichtigt“. Für ihre Dienste berechnet Dynasty ein Agio von 9,9 Prozent auf die Anlagesumme. Das Vorgehen und die abstruse Argumentation lassen Schlimmes vermuten. Zudem ist Dynasty weder beim Bundesaufsichtsamt für das Kreditwesen gemeldet, noch kann man bei der Dresdner Bank mit der Geschichte etwas anfangen, ergaben unsere Nachfragen.
Anlagegelder mit der Masche „sichere Zuteilung“ einzusammeln ist nicht neu. Bereits in Ausgabe 27/1996 warnte BÖRSE ONLINE vor der Hafenstein Marketing GmbH. Die versprach Investoren ebenfalls, durch „gute Kontakte“ sicher an begehrte Neuemissionen zu kommen. Tatsächlich buchte Hafenstein seinen Kunden über Monate Emissionen nur auf dem Papier zu. Die Strafverfolgungsbehörden machten dem Schwindel ein Ende.
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