Star Invest Ltd.
Karussell gestoppt
„Garantierte 5% monatlich“ – das versprach die Firma Star Invest Ltd., vor der wir in Ausgabe 37/03 eindringlich gewarnt haben. Gleichzeitig bot Star Invest Ltd. Darlehen mit null Prozent Zins an. Ähnliche Angebote unterbreitete die Nachfolgegesellschaft Auftragsdienst Europäischer Wirtschaft Corp., kurz AEW mit Sitz in Basel. Nur dass sie eine „Darlehnsgebühr“ von 3,96 Prozent pro Woche verlangte. Dem Spiel setzte die Staatsanwaltschaft nun ein Ende: Nach Durchsuchungen im Großraum Stuttgart und in Nordbaden nahm sie einen 56- jährigen Tatverdächtigen fest.
Die Betrugsmasche beschreibt die Polizei als Lastschriftkarussell. Dabei trete AEW als Vermittler zwischen Darlehensgeber und Darlehensnehmer auf. Der Darlehensgeber werde beauftragt, bei seiner Bank die Teilnahme am Lastschriftverfahren zu beantragen und dem Darlehensnehmer eine Einzugsermächtigung für sein Bankkonto zu erteilen. Anschließend ziehe der Darlehensnehmer den gewünschten Kreditbetrag per Einzugsermächtigung vom Konto des Darlehensgebers ein. Der Darlehensnehmer könne für fünf Wochen über den gewünschten Betrag verfügen. Für den Fall, dass die Kredite nicht fristgerecht zurückgezahlt würden, weise die Firma AEW den Darlehensgeber kurz vor Ablauf der Widerrufsfrist an, seine Einzugsermächtigung zurückzuziehen. Nach den Bedingungen zur Teilnahme am Lastschriftverfahren sei die Bank des Darlehensnehmers verpflichtet, den zurückgerufenen Betrag zu erstatten. Der Ausfall des Darlehens werde also letztlich von der Bank des Darlehensnehmers getragen – und die sei der Verlierer in dem System.
Die Staatsanwaltschaft ermittelt aber nicht nur gegen die Vermittlerfirmen. Auch Darlehensgeber und -nehmer geraten wegen des Verdachts des Betrugs und des Verstoßes gegen das Kreditwesengesetz ins Visier der Fahnder.
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