Diamantenhandel
Diamanten als Anlage
Angst vor einer drohenden Geldentwertung wegen der Einführung des Euro schüren sogenannte Diamantenhandelshäuser. Auf diese Weise versuchen sie, Gutgläubigen ihre Anlagediamanten anzudrehen. Gleich drei derartige Angebote von der Diamondhouse Handesgesellschaft mbH, Berlin, der Excelsor Diamant Handel AG, Düsseldorf, und dem Diamanthandelshaus Dierkes, Köln, flattern einem BÖRSE ONLINE-Leser in der jüngsten Zeit ins Haus. Mit plumpen Argumenten wie "Der Diamant ist ein Sachwert ohne Unterhaltskosten" oder " In Zukunft bevorstehende Preisanstiege sind garantiert" (Diamondhouse Handelsgesellschaft mbH) werden die Steine angepriesen und mit einem sogenannten "Echtheitszertifikat" eingeschweißt verkauft. Da es durch die Verschweißung unmöglich wird, die Qualität des versiegelten Diamanten zu beurteilen, rät die Vereinigung der Bundesverbände des deutschen Schmuck- und Silberwarengewerbes grundsätzlich vom Ankauf verschweißter Diamanten ab. Die Gefahr, dass derartige Diamanten zu völlig überhöhten Preisen verkauft werden, ist sehr hoch. "Einen seriösen Handel mit Anlagediamanten gibt es in Deutschland nicht", teilt die Verbraucherzentrale in Berlin mit. Etliche Pleiten derartiger Firmen haben gezeigt, dass die versprochenen "garantierten Rückkaufverpflichtungen" ähnlich wenig wert sind wie die teuer verkauften Glitzersteinchen.
Übrigens: Ein Anleger, der vergeblich versuchte, seinen für 110 000 Mark bei der bereits pleite gegangenen Nobel House GmbH, Wiesbaden, erworbenen Diamanten wieder zu Geld zu machen, berichtete uns von einem ungebetenen Telefonanruf der Mercurius Marketing Ltd., Gibraltar. Der Anrufer kannte offenbar die Situation des Diamantenbesitzers und bot ihm als "interessante Alternative" an, seine Steine in Aktien der S:W:S: Communications, Inc. zu tauschen - allerdings gegen eine Zuzahlung von 10 000 US Dollar... Von Diamanten als Geldanlagen und den "Folgegeschäften" raten wir dringend ab.
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