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Diamantenhandel

Brilianter Betrug



Der Verkauf von Anlagediamanten durch unseriöse Vermittler ist in jüngster Zeit wieder in Mode gekommen. Gutgläubige Investoren verdienen jedoch in den seltensten Fällen an diesen Geschäften. BÖRSE ONLINE zeigt, wie Sie sich vor einem Flop schützen.

Angst, das ist es, was die Verkäufer von Diamanten so sehr schätzen. Rechtzeitig vor dem Jahr 2000 versuchen sie daher ihre potentiellen Kunden davon zu überzeugen, dass ein Edelstein doch unvergänglich sei. Er sei auch noch dann etwas wert, wenn am 1. Januar die Computer und Fernseher nicht mehr funktionieren sollten.

Die Masche ist seit Jahren die gleiche, auch wenn sich die Gründe für eine Investition in Anlagediamanten geändert haben. Früher war vor allem die Angst vor dem Euro und einer schwachen Mark ein beliebtes Argument, um Kunden über den Tisch zu ziehen. Heute ist es die anstehende Datumsumstellung.

Die Abzocker bieten die teuren Steine in Anzeigen, Prospekten oder am Telefon an. Eingeschweißt und mit einer nobel und echt aussehenden Expertise versehen, kommen die Stücke zu den meist ahnungslosen Opfern. Um zu zeigen, wie sicher die Geldanlage in Diamanten ist, wird dem Angesprochenen auch noch eine Rücklaufgarantie gegeben. Doch die hat einen Hacken.

Denn sie ist nur wirksam wenn die Edelsteine originalverschweißt zurückgegeben werden. Um aber den Wert zu prüfen, muss das gute Stück ausgepackt und genau inspiziert werden. Mit dem Verweis auf die beschädigte Verpackung verweigern die unseriösen Anbieter meist die Rücknahme des nahezu wertlosen Steins.

Eine zweite Masche besteht darin, den Angesprochenen zunächst zu einem kleinen "Testgeschäft" zu überreden. Nach einigen Monaten nimmt das Handelshaus die Ware dann zu einem versprochenen, höheren Preis zurück. Die Gier des Anlegers wird geweckt, denn der Deal scheint äußerst profitabel. Der Betreuer überredet den Kunden mit all seinem Verkaufsgeschick zu einer viel größeren Order. Wendet sich das Opfer einige Zeit später - in der Hoffnung auf den Gewinn - an den Anbieter, stellt es häufig fest, dass die Betrüger über alle Berge sind.

Von den Maschen, die auf dem Graumarkt Kapitalmarkt angewandt werden, ist der Diamantenbetrug besonders beliebt. Denn anders als beispielsweise Warentermin- und Optionsvermittler benötigen die Anbieter keine Zulassung. Sie unterliegen auch keiner Aufsicht. Investoren sollten somit Vorsicht walten lassen, wenn ihnen Preziosen angeboten werden. Denn es existiert nur ein funktionierender Handel in Europa, nämlich die Amsterdamer Diamantenbörse. Wer dennoch nciht auf diese wunderschönen Steine verzichten will, der geht am besten zum Juwelier.

Hellhörig sollten sie werden, wenn eine der folgenden Firmen, die bei BÖRSE ONLINE auf der Grauen Liste stehen, bei Ihnen anruft oder um Ihr Geld wirbt: Diamantenhandelshaus Dierkes (Köln), Diamond AG (Frankfurt) und Diamondhouse Handelsgesellschaft mbH (Berlin). Über diese unseriösen Anbieter haben wir bereits im Rahmen des Graumarkt-Reports in den Ausgaben 42/96 und 14/97 berichtet.

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