A.L.B. AG
Die Gesellschaft ist kopflos
Von Renate DaumDie Allgemeine Liegenschaft und Beteiligung Aktiengesellschaft aus Berlin bewirbt im Internet atypisch stille Beteiligungen. Sie hat ihren Vorstand verloren. Fragen beantwortete sie nicht. Das macht misstrauisch.
Kein sicheres Fundament für die Altersvorsorge
Die Börsen fahren Achterbahn, Lebensversicherungen werfen weniger als früher ab. Ein solch düsteres Bild malt die Allgemeine Liegenschaft und Beteiligung Aktiengesellschaft (A.L.B. AG) aus Berlin in ihrem Prospekt und bietet eine „renditestarke Alternative und ein sicheres Fundament der privaten Altersvorsorge“ an.
Wer mindestens 5000 Euro auf einmal oder 25 Euro pro Monat überweist, wird atypisch stiller Gesellschafter. Als Ziel gibt A.L.B. an, 50 Millionen Euro einzusammeln. Sie will Immobilien erwerben und bewirtschaften. Ein Totalverlust sei zwar „im Extremfall nicht völlig ausgeschlossen“, aber „unwahrscheinlich“.
Gesellschaft wird auf die Graue Liste aufgenommen
Verloren hat sie allerdings ihren Vorstand. Auf ihrer Webseite wird Holger Ketelsen genannt, der seit 2006 nicht mehr im Amt ist. Im Dezember 2007 trat Nachfolger Joachim Sproß zurück. Ein Ersatz für ihn ist nicht im Handelsregister eingetragen. Es ist unbekannt, ob die Gesellschaft nun führerlos ist oder wer an ihrer Spitze steht. Fragen dazu beantwortete sie nicht.
Das macht misstrauisch. „Nach bisherigem Kenntnisstand hat die A.L.B. AG keinerlei Vermögenswerte geschaffen“, sagt der Berliner Anwalt Christian Röhlke. „Es ist nicht auszuschließen, dass das Geld der Anleger nicht zurückgezahlt werden kann.“
Die A.L.B. AG wird auf die Graue Liste von BÖRSE ONLINE aufgenommen.
© 2008 boerse-online.de, © Bild: dpa









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