Dubai-Capital
Mit Top-Rendite gelockt
Von Renate DaumWer der deutschen Fußballnationalelf Mitte Oktober gegen Russland beim entscheidenden Qualifikationsspiel für die Weltmeisterschaft zugesehen hat, bekam auf einer Bandenwerbung eine Toprendite in Aussicht gestellt.
Auf der zugehörigen Website www.dubai-capital.com sowie in einer überregionalen halbseitigen Zeitungsanzeige war die Rede von 28 Prozent – pro Jahr. Erzielen will das eine Sole Invest GmbH aus Freilassing durch Errichtung eines Bürotowers und Dienstleistungen eines Businesscenters in Dubai.
Per Investmentvertrag dürfen Anleger zwischen 999 und 200 000 Euro einzahlen, ihnen stehen 70 Prozent des Gewinns zu, Sole Invest der Rest. Ein konkretes Projekt wird nicht vorgestellt. Wie also prognostizierte Gewinne von 28 bis 34 Prozent des Jahresumsatzes erzielt werden sollen, bleibt offen. Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht teilte mit, Sole Invest stehe nicht unter ihrer Aufsicht.
Das Unternehmen ist erst seit März 2009 ins Handelsregister eingetragen, von Er¬fahrungen im Dubai-Immobiliengeschäft ist nichts vermerkt. Anleger werden nicht am Vermögen von Sole Invest beteiligt, Mit¬bestimmungsrechte stehen ihnen auch nicht zu. Auf Nachfrage blieb das Unternehmen vage. Weder ein konkretes Projekt, noch die genauen Kosten oder Erfahrungen in diesem Bereich wurden aufgeführt, sondern lediglich auf ein "tolles Team" verwiesen, das zur Verfügung stehe. Die Immobilienpreise seien "so niedrig wie nie", sie zögen in den nächsten Jahren wieder an. Das ist allerdings keineswegs sicher. Ein Fall für die Graue Liste.
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