Aktienpower
Der Konkurs ist eröffnet
Von Renate DaumDer selbsternannte Börsenstratege Alfredo Cuti steht vor einem Scherbenhaufen. Über drei Unternehmen aus der Aktienpower-Gruppe aus der Schweiz wurde der Konkurs eröffnet, bei drei weiteren wurde die Auflösung verfügt.
Regina Halmich dementiert geschäftliche Verbindung
Über die Aktienpower Marketing GmbH, die Cuti Management GmbH und die M. Ahl GmbH ist am 20. März 2008 der Konkurs eröffnet worden. Das hat die Eidgenössische Bankenkommission in der Schweiz auf Anfrage von graumarktinfo.de bestätigt. Die drei Unternehmen mit Sitz in Baar in der Schweiz hatten Verbindungen zu dem umstrittenen Italiener Alfredo Cuti.
Auch drei weitere Unternehmen wird es wohl nicht mehr lange geben. In ihrer Verfügung vom 19. März 2008 hat die Eidgenössische Bankenkommission auch bestimmt, dass die AktienPower AG, die AktienPower Global AG und die Yourliberty AG in Gründung nach Eintritt der Rechtskraft aufgelöst werden. Die Beschwerdezeit beträgt 30 Tage. Für die AktienPower AG teilte Verwaltungsrat Bernd Bauer auf Nachfrage mit: "Im Moment läuft das Widerspruchs-Verfahren der Rechtsabteilung gegen die Entscheidung der EBK."
Wenn das Unternehmen liquidiert worden ist, erhalten die Aktionäre ihren Anteil am Liquidationserlös. Graumarktinfo.de erwartet, dass die Anleger höchstens einen geringen Teil ihres Geldes zurückerhalten werden. Auf der Webseite hatte die Aktienpower AG sich als ein Hauptsponsor der Box-Sportlerin Regina Halmich bezeichnet. Sie ließ jedoch mitteilen, dass keine geschäftiliche Verbindung zu dem Unternehmen bestehe.
Aktienpower stand seit 2005 auf der Grauen Liste
AktienPower stand seit 2005 auf der Grauen Liste von BÖRSE ONLINE. Anlass war ein völlig überteuertes Aktienangebot. Cuti und seine Mannschaft fielen aber auch in der Folgezeit mit aggressiven Werbesprüchen auf. Der selbsternannte Börsenstratege veranstaltete auch Börsenseminare. Seine Aktienpower-Gesellschaften waren in Deutschland, Österreich und Italien aktiv.
Im Dezember 2007 nahm die Schweizer Eidgenössische Bankenkommission wegen des Verdachts auf unbewilligten Aktienverkauf Ermittlungen auf und setzte einen Untersuchungsbeauftragten bei der Aktienpower Marketing GmbH ein. Die Staatsanwaltschaft Mannheim geht dem Verdacht auf Betrug, Kapitalanlagebetrug und Verstoß gegen das Kreditwesengesetz nach. Gegenüber dem Spiegel beteuerte er, kein Kapital veruntreut, sondern nur für die „Forschung und die europaweite Expansion“ eingesetzt zu haben.
Cuti hatte im Oktober 2007 aber weitere AktienPower–Firmen gegründet. Eine dieser Gesellschaften, die AktienPower CFD Fonds GmbH & Co. KG, bietet ein Beteiligungsangebot an, das sich „globalino“ nennt und nach den Strategien der AktienPower AG gemanagt wird.
© 2008 boerse-online.de, © Bild: dpa









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