Clarity
Börsengang steht in den Sternen
Von Renate DaumSagenhafte Gewinne winken Anlegern, wenn sie sich vor einem Börsengang an Unternehmen beteiligen. Geschichten über den ganz schnellen Weg zum Reichtum werden immer wieder erzählt. Beliebtes Beispiel:
Microsoft. Dabei sind das die Ausnahmen.
Viele Unternehmen scheitern auf diesem Weg, das Engagement der Aktionäre endet im Totalverlust. Selbst die versiertesten Risikokapitalgeber sind vor Fehlschlägen nicht gefeit. Auch bei ihnen bringt nur ein Bruchteil der Investments Erfolg. Der erhoffte Börsengang gelingt nie.
Keine Fragen zur Offerte beantwortet
Das müssen alle Anleger im Auge behalten, wenn sie sich für nicht börsennotierte Aktien interessieren. Wer aussteigen will, tut sich zudem unter Umständen schwer, einen Käufer für seine Papiere zu finden. Solche Stücke sind daher nur etwas für Anleger, die sich gut auskennen, sich des Risikos bewusst sind, und einen Totalverlust verschmerzen können.
Ein aktuelles Beispiel ist die Clarity AG aus Bad Homburg. Das Telefonsoftwarehaus Clarity aus Bad Homburg bietet nicht börsennotierte Aktien zur Zeichnung an. Ein Stück soll 35 Euro kosten. Im Angebot sind 119 600 Stück. Bislang gab es 1,2 Millionen Aktien. Ein Börsengang sei für das dritte Quartal 2010 geplant mit einem Emissionskurs von 65 Euro, berichtet ein Leser, was das Unternehmen allerdings nicht bestätigt.
Forderung lebt bei vereinbarten Werten wieder auf
Die Informationslage ist mager. Die letzten, im Unternehmensregister veröffentlichten Zahlen, umfassen das Jahr 2008. Demnach wies das Unternehmen einen nicht von Eigenkapital gedeckten Fehlbetrag aus. Zudem bekamen Gläubiger einen Besserungsschein für einen Forderungsverzicht. Es ging um eine Darlehenssumme inklusive offener Zinsen über 1,4 Millionen Euro. Mit Eintritt vertraglich vereinbarter Unternehmenswerten lebt die Verbindlichkeit in voller Höhe wieder auf. Zudem waren 2008 noch Ingangsetzungsaufwendungen abzuschreiben. Ob ein Börsengang gelingt, ist fraglich.
Fragen zu der Offerte beantwortete Clarity nicht. Vertrauen bildet das nicht gerade.
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