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11:16, 09.10.09


Dr. Schneider & König

Kaffeemaschine gibt es noch dazu

Von Renate Daum

Kaffeebohnen

© dpa
Kaffeebohnen

Mit unseriösen Gewinnspielen haben mittlerweile viele Bürger ihre unangenehmen Erfahrungen gemacht. Sie werden telefonisch belästigt, versprochene Gewinne treffen nicht ein. „Denen müsste man mal das Handwerk legen“, denkt so mancher Betroffene genervt. Ein Finanzdienstleister hat sich darum gekümmert, so scheint es zumindest zunächst. Die Dr. Schneider & König aus Bremen schreibt Verbraucher mit einer erfreulich klingenden Nachricht an. Dem Unternehmen sei es gelungen, bei der Abwicklung von Gewinnspielfirmen wie Phillips Lotto Service „für Sie eine angemessene Summe“ zu realisieren.

Es folgt eine plausibel wirkende Rechnung. Aus der Gewinnsumme von 1000 Euro zuzüglich Zinsen, abzüglich Geschäftsgebühr und Kosten für Post und Telekommunikation ergebe „Ihr Restguthaben“ von 946,72 Euro. „Wir haben für Ihr Recht gekämpft und können Ihnen die erfreuliche Mitteilung machen, dass Ihnen dieser Betrag im vollen Umfang zusteht“, brüstet sich Dr. Schneider & König. Das Konto müsse aber aus Datenschutzgründen bis zu einem bestimmten Datum aufgelöst werden, nur bis zu diesem Zeitpunkt habe der Betroffene Gelegenheit, den Betrag persönlich abzuholen. „Geeignete Verkehrsmittel für die Hin- und Rückfahrt stellen wir kostenlos zur Verfügung“, bietet der Finanzdienstleister an. Eine Zustellung per Post sei aus rechtlichen Gründen nicht möglich, da sich der Betroffene ausweisen müsse.

Telefonnummer hat keine Bremer Vorwahl

„Sollten Sie am genannten Termin nicht erscheinen, waren die ganzen Bemühungen und Recherchen umsonst“, heißt es in den Schreiben. Dabei habe man doch „extra ein wunderschönes Rahmenprogramm mit einem kostenlosen Frühstück“ organisiert. Auch ein warmer Imbiss stehe bereit. Als „Zusatzprämie aus den Lagerbestandsauflösungen der betroffenen Firmen“ gebe es noch „kostenlos einen nagelneuen Express-Kaffee-Automaten“ dazu.

„Das klingt auch hier wieder sehr nach einer Werbeverkaufsveranstaltung“, vermutet Renate Janeczek von der Verbraucherzentrale Sachsen. „Leider sind derartig vollmundige Versprechen in der Vergangenheit höchst selten eingehalten worden, wie uns Teilnehmer an solchen Veranstaltungen immer wieder berichtet haben.“ Und wer allzu freizügig mit seinen persönlichen Daten umgeht, wird in Zukunft sicher noch häufiger ungefragt Werbepost im Briefkasten haben. Auch die Pforzheimer Polizei warnt, Dr. Schneider & König seien für sie keine Unbekannten. Angeschriebene sollten auch niemals die im Schreiben angegebenen Telefonnummern anrufen. Sie seien meist gebührenpflichtig. Während der Anrufer in der Warteschleife hänge, würden ihm hohe Summen abgebucht. Die Telefonnummer hat nicht die Vorwahl von Bremen.

Nach den Erfahrungen der Verbraucherzentrale Berlin kommt es auch bei den Terminen niemals zur Auszahlung der angekündigten Gewinne oder zur Übergabe von Preisen. Deshalb gebe es für diese Schreiben nur einen richtigen Platz: den Mülleimer.

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