Forschungsgruppe Profana
Tester müssen Geld bezahlen
Von Renate DaumVerstehen die Verbraucher die Bedienung der neuen Kaffeemaschine? Kommen sie mit dem innovativen Rasierer zurecht? Die brillantesten Ideen der Entwickler floppen manchmal, weil die Käufer an profanen Dingen scheitern. Um das zu verhindern, geben die Unternehmen Produkttests in Auftrag, die häufig Marktforschungsinstitute für sie durchführen. Die zahlen dafür normalerweise eine kleine Aufwandsentschädigung an die Teilnehmer.
Die Forschungsgruppe ProFana der Ascor Media Ltd. aus Templin geht einen anderen Weg: Sie lässt nach eigenen Angaben Gegenstände auf ihre Alltagstauglichkeit und Qualität überprüfen. Sie überlässt den Teilnehmern ihrer Produkttests die Probierobjekte und kassiert sogar noch eine Gebühr von 84 Euro pro Quartal.
Betroffene sollten ihr Widerrufsrecht nutzen
Ungewöhnlich ist aber nicht nur das. Bei der Verbraucherzentrale Berlin gingen innerhalb von Tagen Dutzende von Beschwerden ein. Sie mahnte Ascor schließlich sogar ab, weil Verbraucher ohne vorherige Einwilligung zu Werbezwecken angerufen worden waren. Susanne Nowarra, Expertin für Wettbewerbsrecht der Verbraucherzentrale, warnt: „Niemals bekommt jemand tatsächlich Ware geschenkt.“ Sie rät: „Die Betroffenen sollten unbedingt fristgerecht von ihrem Widerrufsrecht Gebrauch machen.“ Auf ähnliche Weise traten zum Beispiel auch EuCeVa Europäisches Center für Verbraucheranalysen oder Europäisches Institut für Konsumentenbefragung auf.
Eigentlich können die Verbraucher froh sein, wenn sie gar keine Produkte zugeschickt bekommen: Spätestens nach der dritten Kaffeemaschine und dem fünften Rasierer ist die Freude über die neuen Produkte wohl nicht mehr so groß.
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