Gewinnversprechen
Jeder dritte Sachse ein Gewinner
Von Renate DaumIn Sachsen leben lauter Gewinner. Diesen Eindruck hat jedenfalls die Verbraucherzentrale Sachsen mittlerweile. Sie wird geradezu überflutet mit Anfragen von Bürgern, die Briefe mit Gewinnversprechen in verschiedener Form erhalten. „Offensichtlich kann inzwischen wohl jeder dritte Sachse mit einer Botschaft über einen Gewinn rechnen“, vermutet Marion Schmidt von der Verbraucherzentrale Sachsen.
Einen amtlichen Touch haben die Schreiben einer Info-Zentrale Bremen. Sie versendet einen „Bescheid über Gewinnzulassung - Ihre persönliche Zulassungsnr.“ Mit Wirkung zu einem bestimmten Termin sei nach anwaltlicher Prüfung „Ihre persönliche Zulassungs-Nummer dem autorisierten Teilnehmerkreis einer Renten-Bonus-Zahlung“ durch die Info-Zentrale zugewiesen. Die Zulassungsnummer sei auf dem unten anhängenden „Renten-Bonus-Zertifikat“: „Die Höhe der Renten-Bonus-Zahlungen richtet sich nach den Arbeitsjahren, bei Frauen gelten Haushaltsjahre und Erziehungsjahre als Arbeitsjahre.
20-30 Arbeitsjahre 3.748,00 Euro, 30-40 Arbeitsjahre 4.663,00 Euro.“ Aufgrund der hohen Bonus-Summe werde der Betrag in fünf Raten abgewickelt.
Die Info-Zentrale ist nicht allein. Nur Postfachadressen geben auch Dr. Schuster und Söhne – Finanzdienstleistungen aus Berlin, Dr. Böhm & Schneider – Finanzdienstleistungen aus Bremen oder auch Dr. Richter & Partner – Finanzdienstleistungen aus Bethen an. Ihre Schreiben ähneln sich sehr. Sie behaupten, die Angeschriebenen seien wohl Geschädigte von Gewinnspielfirmen seien, denen Gewinne nicht ausgezahlt worden seien. Auf einer Veranstaltung könne das nun nachgeholt werden.
„Letztendlich geht es wohl darum, die Verbraucher für eine so genannte Kaffeefahrt zu ködern, denn nur dort soll die Gewinn-Zulassung angeblich wirksam werden“, vermutet Verbraucherschützerin Schmidt: „Vorsicht, denn bei derartigen Werbefahrten werden meist Waren zu oft überteuerten Preisen verkauft.“ Empfänger sollten auf solche Schreiben nicht reagieren. Sie rät, persönliche Angaben wie Name, Geburtsdatum, Adresse und vor allem Kontonummer nur sehr sparsam zu verbreiten. Es könne sogar vorkommen, dass vom Konto Beträge abgebucht werden, obwohl gar keine Berechtigung dazu besteht.
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